Rodenkirchen Vor ausverkauftem Haus hat am Sonntagnachmittag das Jubiläumskonzert der Blasorchesters Turn- und Musikvereinigung Rodenkirchen in der Markthalle stattgefunden. Rund 400 Gäste nahmen an der 40-Jahr-Feier des Blasorchesters teil und erlebten einen fast dreistündigen musikalischen Ausflug durch die Vielfalt seines Repertoires. Nach der Pause wurden einige langjährige Mitglieder geehrt.

Der Vorsitzende Thorben Klein freute sich über die „proppevolle“ Halle. Man hätte noch viel mehr Karten verkaufen können, so groß sei die Nachfrage gewesen. Für den Moderator und Schlagzeuger Kai Bölle war es ein schöner Moment, von der Bühne auf die vielen interessierten Besucher zu schauen. Nicht von ungefähr spiele das Orchester als erstes Stück die „Jubelklänge“ von Ernst Uebel, die sich schon Queen Elisabeth 1953 bei ihrer Krönung gewünscht hatte.

Treues Stammpublikum

Sein Dank ging auch an den Gastwirt Gerfried Hülsmann und dessen Team, das ebenfalls fast 40 Jahre für die Bewirtung gesorgt hat. Auch das zeige die Verbundenheit mit der Familie Hülsmann. Auf seine Frage, wer neu beim Konzert des Blasorchesters sei, meldeten sich nur wenige Besucher, was für ein treues Stammpublikum spricht.

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Im Gedenken an den Gründer und ersten Dirigenten Lübbe Abbenseth, der das Blasorchester 20 Jahre leitete, stimmten die Spieler sein Lieblingsstück mit dem Besten aus „Maske in Blau“ von Fred Raymond an.

Immer wieder im Programm des Blasorchesters sind Stücke des Holländers Jacob de Haan, der moderne Blasmusik komponiert. Zu „Carribbean Variation“ kam auch der Nachwuchs mit seinen diversen Schlaginstrumenten auf die Bühne. „Der Nachwuchs steht bei uns ganz stark im Mittelpunkt“, berichtete Kai Bölle, wofür es einen spontanen Applaus des Publikums gab. Nicht nur sorgten die Spieler selbst für Nachwuchs – das Publikum quittierte diese Aussage mit Gelächter –, man bilde ihn auch aus, sagte Bölle.

Wie zum Beweis spielten die sechs Kinder unter Anleitung auf ihren Percussion- Instrumenten einen kurzen Part. Als Signal für Nächstenliebe, Vertrauen und Menschlichkeit wollte Bölle auch den Marsch „Kameraden auf See“ von Robert Küssel verstanden wissen. Ursprünglich als Titellied in einem Nazi-Propaganda-Film, habe es das Lied geschafft, sich von der braunen Vergangenheit zu befreien und sei vom rechten Rand in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Neben Märschen stimmten die 35 Musiker aber auch Pop-Medleys oder Oldies an.

Das Programm hatte der Dirigent Peter Abbenseth zusammengestellt, der seit nunmehr 20 Jahren, direkt nach dem Ausscheiden seines Vaters Lübbe, das Blasorchester leitet. Für sein großes Engagement wurde er von Rolf Hinrichs, Beauftragter für Blasmusik im Niedersächsischen Turnerbund, mit der Dirigentennadel in Gold ausgezeichnet.

„Ein Tier auf der Tuba“

Peter Abbenseth ist seit Gründung der TMV aktives Mitglied und fing als Schlagzeuger an, bevor er zur Tuba wechselte. „Peter ist ein Tier auf der Tuba“, stellte Hinrichs fest. Noch heute spiele er im Landesorchester dieses Instrument. Hinrichs bezeichnete Abbenseth als aufgeschlossenen Fachmann, der sich als Musiker über all die Jahre sehr gut entwickelt habe. 1998 fand das erste eigenverantwortlich organisierte Konzert von Peter Abbenseth statt. Bereits ein Jahr später wurde eine erste CD veröffentlicht.

Ebenfalls seit 40 Jahren im Blasorchester sind Marion Cramer, Birthe Oellrich und Ute Redeker. Sie erhielten eine Ehrennadel in Gold mit Diamanten und einen Ehrenbrief. Eine silberne Ehrennadel wurde an Thorben Klein für seine 25-jährige aktive Mitgliedschaft überreicht. Für 20 Jahre wurde Antje Ehlers geehrt, für 10 Jahre Lea Cramer.

„Die älteren Spieler sind das Herzstück des Vereins, die das Orchester weiterbringen und sein Rückgrat sind“, lobte Hinrichs die langjährigen Aktiven. Wichtig sei eine Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern.


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