Ruhwarden /Eckwarden Galeristin Silke Trolldenier ist vor allem von den Frauen fasziniert, die es um die Jahrhundertwende nicht leicht hatten, sich als Malerinnen zu etablieren. Der Besuch einer Akademie war zu jener Zeit alleine den Männer erlaubt. Frauen, die mit ihrer Kunst weiterkommen wollten, blieb nichts anderes übrig, als an Privatschulen in Oldenburg zu gehen. „Malweiber“ wurden sie verächtlich genannt.

Wer Werke dieser Frauen und dazu zahlreiche weitere Bilder bedeutender hiesiger Künstler in Augenschein nehmen möchte, sollte am Wochenende in die Galerie am Wehlhamm in Ruhwarden und ins Gemeindehaus in Eckwarden gehen. Dort werden im Rahmen der 31. Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ zwei ganz besondere Kunstausstellungen eröffnet. In beiden Orten gibt es „Verborgene Schätze“ zu sehen.

Gewaltige Resonanz

Gehoben haben diese verborgenen Schätze Silke und Klaus Trolldenier sowie Hartmut Bolte. Das Trio hatte sich überlegt, dass in Privathäusern in der Wesermarsch viele wertvolle Bilder an den Wänden hängen oder auf Dachböden stehen müssten, die noch nie der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Und ihre Rechnung ging mehr als auf.

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In der NWZ  hatten Silke und Klaus Trolldenier sowie Hartmut Bolte die Besitzer solcher Bilder gebeten, ihre Werke für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Von der Resonanz war das Trio überwältigt. 35 Leihgeber aus der gesamten Wesermarsch meldeten sich. Sie boten 150 Bilder an, von denen nun 100 Werke in den beiden Ausstellungen gezeigt werden. Manche Bilder sind über 100 Jahre alt, viele nie öffentlich gezeigt worden. Drei Generationen von Künstlerinnen und Künstlern umfasst die Schau.

Zur ersten Generation gehört der in Nordenham geborene Emil Brose (1901-1962), der für Hartmut Bolte zu den größten Entdeckungen unter den „Verborgenen Schätzen“ zählt. Weitere Vertreter aus diese Zeit sind die Butjenter Bauerstochter Berta Harbers (1880-1977), die in Schweewarden geborene Emy Rogge (1866-1939), der gebürtige Nordenhamer Georg Bernhard Müller vom Siel (1865-1939), Bernhard Winter (1871-1964), der in Oldenburg als Professor tätig war und es in seiner Zeit zu Berühmtheit weit über die Region hinaus brachte, sowie Theodor Koeppen (1828-1903), von dem das Altarbild in der Stollhammer Kirche stammt.

Von Matthis bis Voigt

Ebenfalls vertreten sein in der Ausstellung wird der gebürtige Berliner Rudolf Matthis (1888-1976), der lange Zeit in Nordenham als Kunsterzieher tätig war. Diesem Beruf gingen auch viele Künstlerinnen und Künstler der zweiten Generation nach, unter ihnen Margarete Lemke (1908-1996) und Dietrich Voigt (1926-2010), die beidem am Gymnasium in Nordenham unterrichteten und als Flüchtlinge aus dem Osten in die Wesermarsch gekommen waren. Für die dritte Generation steht unter anderem Jürgen Müller-Dühring (1924-1999), der in den 60er Jahren in Stollhamm lebte und arbeitete und dessen Talent wiederum Rudolf Matthis erkannte.

Teil eins der „Verborgenen Schätze“ wird diesen Sonnabend, 27. August, um 16 Uhr in der Galerie am Wehlhamm eröffnet. Zu sehen sind dort vor allem Landschaften – darunter viele Zeitdokumente, anhand derer sich auf Spurensuche gehen lässt – sowie Porträts. Silke Trolldenier wird das Konzept der Ausstellung erläutern, Sylva Springer Texte lesen. Die Eröffnung von Teil zwei im Eckwarder Gemeindehaus beginnt am Sonntag, 28. August, um 15 Uhr – wiederum mit Silke Trolldenier und Sylva Springer. Vor allem maritimen Werke bilden hier den Schwerpunkt.

Jeweils bis zum 29. September sind die „Verborgenen Schätze“ an beiden Standorten zu sehen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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