Atens „Nur unter Männern kochen – das ist eine ganz andere Atmosphäre, als wenn Frauen dabei sind“, schmunzelt Helmut Harms. „Da quakt keiner dazwischen und es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“, setzt Horst Kaluza noch einen drauf. Keine Frage: Der Humor kommt nicht zu kurz im Männerkochclub der evangelischen Kirchengemeinde Nordenham.

Motto der Werder-Fans

Die beiden 74 Jahre alten Rentner gehören ebenso wie die übrigen acht Aktiven von Anfang an diesem im Januar 2014 gegründeten Club an. Neben Humor zählt eben auch das: Treue. „Bei uns gilt ’lebenslang’ – genauso wie für Fans von Werder Bremen“, gibt Jürgen Bley (69) zu verstehen, der sich auch als Kreis- und Ortsvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland engagiert. Jürgen Bley hat vor knapp drei Jahren Pfarrer Christopher Iven (33) geholfen, die Idee für diesenClub in der Kirchengemeinde umzusetzen. „Der Leitgedanke war, Gemeinschaft einmal anders zu erleben und Gelegenheit für interessante Gespräche zu geben“, sagt der Pfarrer. Inzwischen sehe er in dem gemeinsamen Kochen auch eine schöne Abwechslung und Ablenkung vom Alltag.

Horst Kaluza spricht auch von einer Art Stammtisch-Ersatz. Der Rentner fügt heiter hinzu: „Meine Frau hat mich dazu gezwungen – und ich habe es nicht bereut.“

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Einmal im Monat trifft sich die Runde zum gemeinsamen Kochen im Gemeindehaus in Atens. Für die zehn Männer kommt es dabei vor allem auf den Geschmack an: Kartoffeln müssen nach Kartoffeln schmecken und Bohnen nach Bohnen. Fast alle bevorzugen deftige Kost – gerne mit Bratkartoffeln mit Speck.

Wenn es sich mit seiner Arbeit vereinbaren lässt, kocht Klaus König, Friedhofsgärtner und verheirateter Vater von drei Kindern, auch gerne für seine Familie. Der 49-Jährige freut sich daher, im Club seine Kenntnisse erweitern zu können. Nicht weniger mag er die gesellige Runde.

„Spaß an der Freude“ – das ist für Karl-Ludwig Böning Motivation genug, mitzumachen. „Man lernt nicht aus, es kommt immer wieder Neues dazu“, fügt der 72 Jahre alte Rentner hinzu. Während seiner Selbstständigkeit als Maler- und Lackierermeister hatte er null Bezug zum Kochen.

Die zehn Männer unternehmen auch immer mal wieder Ausflüge in die internationale Küche. Zurzeit haben sie typische Rezepte aus den deutschen Bundesländern im Blick – Maultaschen aus dem Süden etwa oder Labskaus aus dem Norden.

„Himmel und Erde“

Geschmeckt hat ihnen auch das in vielen Regionen bekannte Gericht „Himmel und Erde“ in der Variante mit Kartoffelpüree, Apfelmus, geschmorten Zwiebeln und gebratener Blutwurst.

Jeweils ein Clubmitglied fühlt sich verantwortlich, bringt zum Treffen ein Rezept mit und sorgt für reibungslosen Ablauf. Vorspeise und Dessert gehören zu jeder Mahlzeit dazu. Auch darauf legt der Atenser Männerclub Wert: Alle Zutaten werden in Nordenhamer Geschäften oder auf dem Nordenhamer Wochenmarkt eingekauft.

Ganz ohne Frauen geht’s freilich nicht. Einmal im Jahr wird gemeinsam gegrillt. „Das reicht aber auch“, ist schmunzelnd aus der Runde zu hören. Jürgen Bley stellt sogleich unmissverständlich klar: „Wir gehören zu der guten Klasse Männer, die hinterher die Küche blitzblank verlassen.“

An diesem Wochenende kocht der Atenser Club für das Erntedankfest der Kirchengemeinde. Nach dem Gottesdienst, der am Sonntag um 10.30 Uhr in der Martin-Luther-Kirche beginnt, werden zwei Suppen gereicht, darunter eine vegetarische. Nur so viel verraten die Männer vorher noch: „Die schmecken wie immer: super.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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