Brake Niemand geht, so er dort nicht arbeitet, freiwillig ins Krankenhaus. Schon gar nicht regelmäßig. Das gilt auch für Hans-Peter Rust. Als Dialyse-Patient sucht der 74-jährige aus Nordenham notgedrungen drei Mal pro Woche das St. Bernhard-Hospital in Brake auf. Dass er dennoch nicht ungern in die Klinik kommt, liegt daran, dass sich Rust dort bestens aufgehoben fühlt. Das hat er auch den Nephrologie-Ärztinnen Dr. Veronika Vahlhaus-Rutayungwa und Dr. Ulrike Heinsohn gesagt, als diese ihm jetzt einen Blumenstrauß überreichte. Den Anlass dafür bot die 1000. Dialyse, der sich Rust in Brake unterzogen hatte.

Erst Musik, dann Medizin

Die Dialyse-Abteilung des St. Bernhard-Hospitals wurde um das Jahr 2000 eingerichtet und zunächst von Dr. Frank Köhler geleitet, der die Praxis zwischenzeitlich auch unter eigener Regie führte. Als Köhler in den Ruhestand ging, kam Veronika Vahlhaus-Rutayungwa im Oktober 2011 als Nachfolgerin. Die nephrologische Abteilung war inzwischen organisatorisch wieder dem Hospital angegliedert. Ulrike Heinsohn vervollständigte im April 2012 als weitere Fachärztin das Team, zu dem außerdem 13 auf Dialyse spezialisierte Krankenschwester und -pfleger zählen.

Veronika Vahlhaus-Rutayungwa stammt aus Schwalmtal am Niederrhein. Die 52-Jährige hat in Essen studiert – zunächst Musik; zur Medizin wechselte sie erst später. Nach dem Studium war sie an der Universitätsklinik in Essen und dann viele Jahre lang am Klinikum Bremen-Mitte tätig. Die Medizinerin wohnt in Ganderkesee.

Ulrike Heinsohn wuchs in Hamburg auf. Die heute 39-Jährige absolvierte ihr Studium in Lübeck und Hannover, arbeitete unter anderem in Krefeld und Hannover und kannte Brake schon, bevor sie zum Bernhard-Hospital kam. Ulrike Heinsohns Großtante lebte in der Kreisstadt.

Arbeiten auf Augenhöhe

Rein formal leitet Veronika Vahlhaus-Rutayungwa die Abteilung. Tatsächlich versteht sie sich und ihre Kollegin aber als ein Team, das auf Augenhöhe zusammenarbeitet. Die Abteilung umfasst 17-Dialyse-Plätze, an denen wöchentlich rund 40 Patienten betreut werden. Sie müssen sich der Behandlung drei Mal pro Woche für jeweils vier Stunden unterziehen. Die Dialyse ist ein Verfahren zur Blutreinigung. Stoffe, die dort nicht hineingehören, werden durch eine Membran aus dem Blut herausgefiltert, Harnstoff zum Beispiel. Durch das Gerät fließen pro Behandlung rund 60 Liter Blut. Das heißt, dass das gesamte Blut des betreffenden Patienten in den vier Stunden der Dialyse rund fünf Mal „gewaschen“ wird.

Indes suchen nicht nur Patienten, die bereits eine Dialyse brauchen, die nephrologische Abteilung auf. Nierenprobleme treten oft in späten Stadien anderer Krankheiten auf, allen voran Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Die Patienten werden in diesen Fällen von den Hausärzten überwiesen, mit denen die nephrologische Abteilung laut Veronika Vahlhaus-Rutayungwa eng und vertrauensvoll zusammenarbeitet. Die Zahl der Überweisungen nehme zu.

Der dritte Bereich schließlich umfasst stationäre Patienten des Hospital, die ein Nierenproblem haben oder es in Folge einer Krankheit als Nebenwirkung bekommen. Auch um sie kümmern sich Veronika Vahlhaus-Rutayungwa und Ulrike Heinsohn mit ihrer Mannschaft.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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