Stadland Die Stadlander Feuerwehrleute bekommen einen neuen Gemeindebrandmeister: Robert König. Der 35-Jährige, der seit 2016 die Ortswehr Reitland leitet, ist am 8. Januar von den Stadlander Ortsbrandmeistern gewählt worden – einstimmig.

Tradition geht weiter

Damit setzt Robert König eine Tradition fort, denn auch seine Vorgänger, Thomas Helms und der im September zurückgetretene Jörg Wiggers, gehören der Ortswehr Reitland an. In der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 5. März, wird König vereidigt.

Auch sein Nachfolger bei der Ortswehr Reitland wird an diesem Abend von Bürgermeister Klaus Rübesamen ins Amt eingeführt: der neue Ortsbrandmeister Stefan Joachimsthaler. Der bisherige Gruppenführer und Gerätewart war von seinen Kameraden kurz vor Weihnachten in einer außerordentlichen nichtöffentlichen Versammlung gewählt worden – ebenfalls einstimmig.

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Robert Königs Leben in der Feuerwehr zeigt, dass ein zweiter Blick neue Perspektiven eröffnen kann. In der Jugendfeuerwehr Seefeld/Reitland/Schwei hatte es ihm nicht so recht gefallen. Der Dienst war ihm zu sehr auf Wettkämpfe ausgerichtet.

Dennoch ließ er sich 2003 von einem Kumpel überreden, es noch einmal mit dem blauen Rock zu versuchen – diesmal bei den Erwachsenen. Jetzt gefiel es ihm, und er blieb. Ihn beeindrucken die Möglichkeit, Menschen in Not zu helfen, der Umgang mit Technik und der Zusammenhalt: „Wir sind wie eine große Familie.“

2005 rückte er als Atemschutzgerätewart ins Ortskommando auf, 2010 wurde er, mit 25, stellvertretender Ortsbrandmeister. Als Ortsbrandmeister Freerk Basshusen 2016 wegen einer plötzlichen Erkrankung kürzer treten musste, erklärte sich Robert König bereit, mit ihm die Ämter zu tauschen.

Und als Jörg Wiggers Mitte September seinen Rücktritt ankündigte, begann sich Robert König für die Nachfolge zu positionieren, wie er berichtet. Zunächst sprach er mit seiner Lebensgefährtin Svenja Ross, mit der er seit Juni in einem Einfamilienhaus in Schwei wohnt, dann mit seinem Stellvertreter Freerk Basshusen und schließlich mit den übrigen Ortsbrandmeistern.

„Ich bin nicht der Erfahrenste und ich habe nicht das meiste Wissen“, sieht Robert König die Grenzen seiner Möglichkeiten. Und er macht kein Hehl daraus, dass er sich gut einen erfahreneren Kollegen auf dem Chefposten hätte vorstellen können, nämlich den Rodenkircher Ortsbrandmeister Lars Stratmann. „Aber er ist beruflich stark eingespannt und hat in der Ortswehr Rodenkirchen noch einige Baustellen.“

Dazu gehört das Feuerschutzkonzept für den Wesertunnel, dem jetzt noch der Feinschliff fehle. Eine weiteres Thema ist der Brandschutz beim Kernkraftwerk Unterweser, dessen Werkfeuerwehr aufgelöst wird. Zu jedem Projekt werde er Arbeitsgruppen einrichten, kündigt Robert König an: „Die Feuerwehr ist keine One-Man-Show, sie funktioniert nur als Team“, lautet sein Credo. „Ich werde nicht alles schaffen können –definitiv nicht. Aber am Ende habe ich das Sagen.“

Als großes Thema sieht der nächste Gemeindebrandmeister die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrleute an, von denen viele auswärts arbeiten. „Dieses Problem hat nicht nur Rodenkirchen, früher oder später wird es alle Feuerwehren treffen“, ist Robert König überzeugt. Aber: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, es gibt anderswo gute Konzepte.“ So müsse die Gemeinde Stadlander Betriebe ansprechen, ob diese Feuerwehrleute aus anderen Wehren tagsüber für einen Einsatz in Stadland freistellen könnten. Eine andere Möglichkeit wäre, bei jedem Einsatz gleich mehrere Ortswehren zu alarmieren.

„Ein neues Wir-Gefühl“

Ein weiteres großes Thema bleibe auch die Fahrzeugbeschaffung: Jedes Jahr müsse jetzt in einer Stadlander Wehr ein neues Großfahrzeug in Dienst gestellt werden.

Das größte Thema von allen aber ist ein neues Wir-Gefühl, das Robert König in den Stadlander Feuerwehren schaffen will. Gern würde er als äußeres Zeichen dafür den Gemeindefeuerwehrtag wieder einführen.

Robert König stellt sich auf viel Arbeit ein: „Zwei Abende pro Woche werden nicht reichen.“ Aber die Koordination, die vor allem von ihm verlangt wird, leiste er auch als Anlaufkoordinator bei Rehau in Brake: Dort begleitet er Stoßfängersysteme von der Entwicklung bis zur Serienreife.

Und es muss auch noch Zeit bleiben für seine Lebensgefährtin und die drei Kinder.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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