Hekeln Frauen in der Feuerwehr sind mittlerweile nichts Besonderes mehr. In den Führungspositionen trifft man sie dort aber nur sehr selten an. Die Freiwillige Feuerwehr Hekeln ist auf diesem Gebiet ein Vorreiter in der Wesermarsch, denn als erste und einzige stellvertretende Ortsbrandmeisterin im ganzen Landkreis gehört Inge Niekamp bei Einsätzen seit zwölf Jahren der Platz auf dem Beifahrersitz des Löschfahrzeugs. Doch das wird nun bald Geschichte sein.

„Es wird Zeit, Jüngeren das Feld zu überlassen“, begründet Inge Niekamp, warum sie ihr Amt zum 1. September an Udo Meyering übergeben wird. Das Ende ihrer aktiven Mitgliedschaft in der Ortswehr bedeute das aber auf keinen Fall, versichert die 1. Hauptlöschmeisterin voller Inbrunst. Schließlich war sie schon als Kind fasziniert von der ehrenamtlichen Arbeit der Lebensretter. „Doch 1972 wollten die Betreuer noch keine Mädchen dabei haben“, fügt sie bedauernd hinzu.

Dass die Feuerwehrarbeit für sie und ihren Mann Klaus Niekamp zu einem gemeinsamen „Hobby“ geworden ist, wie sie beide beteuern, ist da nicht verwunderlich. Doch mit drei kleinen Jungs war es für die junge Mutter erst einmal nicht so einfach, Zeit für den aktiven Dienst zu finden.

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Der Großbrand in der Gaststätte Weserblick, bei dem sie zu Hause den Telefondienst übernahm, gab schließlich 1994 den Anstoß, das mehr als zwei Jahrzehnte alte Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen. „Der Jüngste war vier Jahre alt. Die Oma kam bei Einsätzen immer schnell zum Aufpassen herüber geeilt. Sie bekam das ja mit. Auch der Opa und Vater von Klaus sind schon Ortsbrandmeister oder Stellvertreter gewesen“, erzählt Inge Niekamp aus ihren Anfangsjahren.

Ganz besonders mag die 56-Jährige an dem Ehrenamt die Kameradschaft, die bei der Feuerwehr Hekeln groß geschrieben wird. An Einsätzen hat die stellvertretende Ortsbrandmeisterin schon fast alles erlebt, was im Feuerwehrdienst vorkommen kann. Vom Küchenbrand, bei dem durch sehr schnelles Eingreifen ein Brand des kompletten Reetdachhauses verhindert werden konnte, über den Großbrand in einem Stall mit vielen verendeten Tieren bis hin zu Verunglückten, die nur noch tot geborgen werden konnten.

Schmunzeln muss sie indes, wenn sie an den vermeintlichen Brand einer Hochspannungsleitung denkt. „In roten Overalls wurden an den Masten Sandstrahlarbeiten durchgeführt. Ein Autofahrer meinte aus der Entfernung darin Rauch und Glut zu erkennen und rief die Feuerwehr.“

„Der Umgangston hat sich durch die weibliche Führung sehr zum Positiven verändert“, hat Klaus Niekamp in den vergangenen zwölf Jahren registriert. Und das sagt er weder als Ehemann noch als Gemeindebrandmeister, sondern als Kamerad, wie er ausdrücklich betont.

Sollte Inge Niekamp bei Einsätzen einmal nicht zu den Ersten gehören, die ins Einsatzfahrzeug springen, wird „ihr“ Beifahrersitz von der Mannschaft notfalls auch gegen ihn verteidigt, hat Klaus Niekamp schon feststellen müssen.

Dass sie die neue Tragkraftspritze, deren Beschaffung sie als stellvertretende Ortsbrandmeisterin intensiv vorangetrieben hat, nicht mehr in diesem Amt einweihen kann, bedauert Inge Niekamp. Schließlich hat sie viel Arbeit beim Herstellen der Kontakte oder Vergleichen der Preise in dieses Projekt gesteckt.

Der Ortswehr bleibt Inge Niekamp jedoch weiterhin treu. Für den Festausschuss oder vielleicht als Schriftwartin bei der nächsten Wahl des Ortskommandos zu kandidieren, kann sie sich vorstellen, überlegt die 56-Jährige.

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