Fedderwardersiel Es brodelt im Bauch der „Seekrabbe“. Immer mehr Wasser schießt in den Laderaum – um dann durch ein Loch im Rumpf direkt wieder in den Priel zu fließen. Zurück bleibt Sand, und genau das ist die Mission des Spezialschiffs mit Heimathafen Norddeich. Die „Seekrabbe“ ist zurzeit wieder vor der Küste Butjadingens im Einsatz, um im Fedderwarder Priel die Fahrrinne und die Zufahrt zum Kutterhafen schiffbar zu halten.

Kapitän Hermann Schulte hat das 52 Meter lange und 12,5 Meter breite Schiff gerade vorsichtig aus dem Hafen in den Priel manövriert, wo es umgehend seine Arbeit aufnimmt. Stefan Wrieden, 1. Offizier an Bord des Hopperbaggers, hat den Blick auf einen Bildschirm gerichtet. „Das ist das langweiligste Videospiel der Welt“, scherzt er. Aber eben auch ein wichtiges Hilfsmittel auf der Brücke. Auf dem Monitor ist in Echtzeit nicht nur die genaue Lage des Schiffes zu erkennen, sondern auch die Beschaffenheit des Grundes. So kann der Kapitän punktgenau arbeiten.

Zwei verschiedene Verfahren gibt es, um den Sand aus dem Priel zu schaffen. Beim sogenannte Injektionsverfahren, wird – vereinfacht ausgedrückt – ein am Rumpf der „Seekrabbe“ montiertes Rohr ins Wasser herabgesenkt. Aus Düsen in diesem Rohr wird Wasser mit hohem Druck in den Grund injiziert. Dadurch werden die Sedimente aufgewirbelt. Den Rest erledigt der Ebbstrom, indem er den Sand in die Nordsee hinausträgt.

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Richtig effektiv wird die Arbeit der wendigen „Seekrabbe“, die von zwei jeweils 357 Kilowatt (kw) leistenden Motoren angetrieben wird, aber erst dann, wenn sie zusätzlich auch das klassische Baggerverfahren anwendet. Dabei werden die Sedimente ebenfalls aufgewirbelt, dann aber mittels eines großen Saugers in den Laderaum des Schiffes verfrachtet. Das Baggergut wird anschließend in Nebenarmen des Priels verklappt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Denn die Verklappung erfordert bei jedem Einsatz der „Seekrabbe“ ein aufwendiges wasserrechtliches Genehmigungsverfahren, das ein halbes Jahr Zeit in Anspruch nimmt. Eine solche Genehmigung hat die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports, der die „Seekrabbe“ gehört, auch jetzt wieder einholen müssen – aber zum vorerst letzten Mal.

Harald Ludwig, Leiter der auch für Fedderwardersiel zuständigen Braker Niederlassung von N-Ports, brachte die gute Nachricht mit an Bord, dass es gelungen sei, für das Verklappen des Sandes bei den zuständigen Behörden eine Langzeitgenehmigung einzuholen. Sie gilt bis zum 30. Juni 2021 und versetzt N-Ports in die Lage, bei kurzfristigen Bedarfen schnell zu reagieren. Darüber freuen sich auch Bürgermeisterin Ina Korter und der Butjadinger Fischer Martin Sievers, die zum Pressetermin ebenfalls an Bord gekommen sind.

Aktuell wird die „Seekrabbe“ mit beiden Verfahren rund 15 000 Kubikmeter Sand aus der Fahrrinne holen. Der Einsatz vor Fedderwardersiel soll laut Harald Ludwig noch rund eine Woche andauern.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/wesermarsch 

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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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