NEUENHUNTORF Mit einem lauten Knall brach die „Janine“ gegen 23 Uhr am Dienstag in zwei Teile. Das berichteten am Mittwoch Augenzeugen der Havarie des Binnenschiffs bei Neuenhuntorf.

Der mit Eisenerz beladene Frachter war zuvor mit dem Bug in die Uferbefestigung aus Steinen geraten und kam nicht mehr los. Durch die Strömung schlug das Schiff schließlich quer und hing fest.

Keine Verletzten

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Kurz darauf trafen die ersten Rettungskräfte am Unfallort ein. Sie versuchten noch, das Schiff freizuschleppen. Ohne Erfolg: Bei ablaufendem Wasser hing die 85 Meter lange „Janine“ in der Luft. Dadurch konnte das Schiff die 1000 Tonnen schwere Ladung nicht mehr tragen und brach auseinander. Der niederländische Frachter mit drei Menschen an Bord war auf dem Weg von Oldenburg nach Brake. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Der Kapitän, seine Familie und zwei Hunde konnten rechtzeitig von Bord gehen. Es gelang ihnen auch, wichtige Unterlagen mitzunehmen.

THW Nordenham vor Ort

Das THW Nordenham legte vorsorglich Ölsperren auf der Hunte aus. Bislang lief aber kein Dieselöl aus. Schäden für die Umwelt seien nicht zu befürchten, so die Behörden. Das Huntesperrwerk in Elsfleth wurde geschlossen, um Wasserstandsschwankungen zu verhindern und das Schiff stabil zu halten. Erst am Mittwochabend sollte es wieder geöffnet werden. „Das müssen wir. Denn das Sperrwerk ist nicht darauf ausgerichtet, Druck von der hinteren Seite auszuhalten“, erklärte Rüdiger Oltmanns, Sachbereichsleiter Bau und Unterhaltung beim Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen. „Außerdem treffen gegen Abend die ersten Geräte für die Bergung der Ladung ein.“ Dazu wurden die „Marielle“ aus Nordenham und ein Schwimmgreifer aus Bremen angefordert.

Als mögliche Ursache wird ein Ruderausfall vermutet. Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern noch an. „Auch ein Fahrfehler ist nicht auszuschließen“, sagte ein Sprecher. Bislang würden dafür aber noch keinerlei Hinweise vorliegen. „Wir werden die Aussage des Kapitäns prüfen und nach der Bergung des Schiffes mit dem technischen Zustand abgleichen.“

Schwierige Bergung

Bis dahin kann es noch dauern. Ab diesem Donnerstagmorgen soll erst einmal die Ladung der „Janine“ geborgen werden. „Das wird drei bis vier Tage in Anspruch nehmen“, vermutet Rüdiger Oltmanns. Erst danach werde man sehen, wie schwer das Schiff beschädigt sei.

„Wir hoffen, dass es noch abgeschleppt werden kann“, sagte er. Wenn nicht, müsse die „Janine“ vor Ort zersägt werden. Dafür werde eine große Kette um das Schiff gelegt. „Die Bergung kann dann lange dauern“, so Oltmanns. Vor elf Jahren sei das Schiff „Hydra“ einige hundert Meter weiter in Richtung Huntebrücke havariert. Die Bergung habe damals einige Wochen gedauert.

Die Hunte ist für die Schifffahrt gesperrt. „Seeschiffe können Oldenburg nicht erreichen. Binnenschiffe können einen Umweg über die Mittelweser, den Mittellandkanal und den Küstenkanal fahren“, erklärte Oltmanns. Das bedeute aber einen Zeitverlust von zwei Tagen.

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