Rodenkirchen Was ein großer verkehrspolitischer Fortschritt werden sollte, erweist sich in der Realität zumindest in einem Teilbereich als massive Gefahrenquelle: die Park & Ride-Anlage am Bahnhof Rodenkirchen. Elke Kuik-Janssen berichtete im Infrastrukturausschuss des Rates von „sieben oder acht Stürzen“, die Radfahrer an der Einmündung der Zuwegung erlitten hatten. Dabei ist diese Zuwegung erst seit dem 23. Mai geöffnet.

„Fahrrad-Gipfel“

Andreas Hoppe von der Verkehrsbehörde stimmte ihr unumwunden zu: „Wir haben erkannt, dass hier irgendetwas nicht funktioniert. Es muss gehandelt werden, und das wird kein halbes Jahr dauern, denn es ist Gefahr im Verzug.“ Andreas Hoppe versprach: „Wir werden sehr kurzfristig nach pragmatischen Lösungen suchen.“

Die schweren Stürze mehrerer Radfahrer sind nicht das einzige Problem mit Radwegen in Rodenkirchen. Deshalb nahm sich der Ausschuss dieses Problems in der erforderlichen Ausführlichkeit an: Zusammen mit Polizei, Verkehrsbehörde, Straßenmeisterei und vielen Betroffenen ging es auch um das umstrittene Rechtsfahrgebot auf Radwegen und um die Ampel am Marktplatz. Die Grünen hatten diese Diskussion unter dem griffigen Titel „FahrradGipfel“ beantragt.

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„Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen“, betonte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Kuik-Janssen. Und: „Die heutige Diskussion kann nur ein Anfang sein.“ Und das war sie auch: Nach gut anderthalb Stunden gab der Ausschuss das Thema ohne Beschlussempfehlung in die Fraktionen zurück, die bis zur Sitzung an Lösungen feilen wollen.

Das ist nicht ganz unproblematisch, denn in puncto P&R ist durchaus unklar, was genau die Ursache für die Stürze ist – und wie viele es eigentlich gegeben hat. „Uns sind nur drei Stürze bekannt“, sagte ein Polizeisprecher. Lediglich in einem Fall sei der umstrittene Rillenstein, der Sehbehinderte auf die nahe Fahrbahn hinweisen soll, die Ursache gewesen. Deshalb rief Wolfgang Fritz von der CDU-Fraktion alle Sturzopfer auf, sich bei der Polizei zu melden und die Ursache des Sturzes zu benennen.

Mehrere Diskussionsteilnehmer nannten die Bordsteinkante vor dem Rillenstein als Ursache, darunter auch der Bürger Klaus Boyksen: „Der Radfahrer trifft in einem Winkel von 70 Grad auf den Bordstein.“ Auch Mario Böschen, der Leiter der Straßenmeisterei Nordenham, vermutet, dass „die Radfahrer am höheren Bordstein scheitern. Wir haben Ideen, wie man das ändern kann.“ Eventuell könne der Bordstein abgesenkt werden. In Kürze werde er einen Ortstermin mit Bürgermeister Klaus Rübesamen und dem Behindertenbeauftragten des Landkreises abhalten.

„Wie Schlittenfahren“

Elke Kuik-Janssen äußerte dagegen Zweifel, dass der Bordstein die einzige Unfallursache ist. „Ich weiß von drei Leuten, die wegen des Rillensteins gestürzt sind. Sie sagten: ,Das war wie Schlittenfahren.‘ Der Helm war kaputt, aber sie sind nicht auf die Straße gefallen.“

Wilfried Schellstede (SPD) konnte diese Einschätzung aus eigener Erfahrung bestätigen: „Ich bin dort am vergangenen Dienstag auch mit dem Fahrrad ins Rutschen gekommen, und es lag an den Rillen. Gestürzt bin ich nicht, weil ich abspringen konnte.“

Der Bürger Jürgen Janssen warnte davor, den Rillenstein als Sturzursache auszuschließen: „In Oldenburg gab es das Problem auch, und da sind die Steine mit breiten Rillen durch solche mit schmalen Rillen ersetzt worden. Das hat geholfen, und es lässt sich auf Rodenkirchen übertragen.“

Auch in Bremen sei so gehandelt worden, ebenfalls mit Erfolg, sagte Wolfgang Fritz. Das CDU-Fraktionsmitglied präsentierte eine radikale Lösung für Rodenkirchen: „Schleift die Noppen und Rillen mit der Flex ab! Das geht schnell und einfach.“

  Schon am Freitag, 28. Juni, befasst sich die Straßenverkehrssitzung (SVS) in ihrer turnusmäßigen nichtöffentlichen Zusammenkunft mit dem Thema. Neben der Verkehrsbehörde der Kreisverwaltung gehören dem Gremium die Straßenmeistereien Nordenham, Brake und Delmenhorst, die Polizeiinspektion in Delmenhorst sowie die Polizeikommissariate Nordenham und Brake an.

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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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