Schwei An einen normalen Dienstabend war für die Schweier Feuerwehrkameraden an diesem Montag nicht zu denken. Sie ließen ihre Ausrüstung links liegen und setzten sich unter der Leitung des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Kim Klinkenberg zu einem intensiven Gespräch zusammen. Das Thema: der schwere Unfall in der Nacht zu Sonntag.

„Das ist vor allem für unsere jungen Leute ganz heftig“, sagt Ortsbrandmeister Jürgen Hahn der NWZ . Das Dorf steht unter Schock.

Die jungen Feuerwehrleute und die drei jeweils 25-jährigen Unfallbeteiligten kennen einander seit ihrer Kindheit, sie haben jahrelang zusammen Fußball gespielt in der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor. Die drei 25-Jährigen waren am Sonnabend gemeinsam unterwegs gewesen, schildert Jürgen Hahn. Zunächst besuchten sie die Reithallenfete in Jaderberg, dann eine andere Party.

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Nichts zu sehen

Irgendwann in der Nacht machte sich das spätere Opfer allein auf den Heimweg nach Schweieraußendeich. Die beiden anderen 25-Jährigen wollten ihn dabei nicht allein lassen und fuhren im Wagen eines der beiden hinterher. Am Ortsausgang Norderschwei in Richtung Seefeld kam es gegen kurz vor 5 Uhr früh zur Katastrophe, wie Jürgen Hahn schildert: Die beiden 25-Jährigen hörten in dem Handwerkerauto einen Aufprall, der Beifahrer wurde durch den abrupten Stoß mit dem Gesicht gegen die Windschutzscheibe geschleudert. Gesehen hatten sie nichts.

Sofort bremste der Fahrer. In der Dunkelheit war wenig zu erkennen. Doch sie entdeckten jemanden im Sieltief. Das Unfallopfer war infolge des Aufpralls weit geflogen, Jürgen Hahn hält 15 Meter für möglich. Dass beim Fahrer zu viel Alkohol im Spiel war, glaubt Jürgen Hahn nicht. Das Opfer sei dunkel gekleidet gewesen und habe sich auf der falschen Straßenseite bewegt.

Notruf abgesetzt

Die beiden Insassen des Autos setzten einen Notruf ab, stiegen ins Sieltief und zogen ihren Freund heraus. Dazu mussten sie ihn unter einem Stacheldraht hindurch auf die Weide ziehen. Der Fahrer war wegen des Unglücks völlig verzweifelt und weinte, der Beifahrer begann trotz seiner Verletzung sofort mit der Herz-Lungen-Massage: So traf die Feuerwehr die drei Freunde an, die Stunden zuvor fröhlich losgezogen waren.

Als zweiter Feuerwehrwagen traf ein Tanklöschfahrzeug mit drei jungen Feuerwehrleuten an Bord ein. Zwei bauten die Beleuchtung für die Unfallstelle auf, der dritte löste den Beifahrer bei der Beatmung ab. Für die jungen Feuerwehrleute, sagt Jürgen Hahn, war die Szenerie ein derartiger Schock, dass sie so bald wie möglich von älteren Kameraden abgelöst wurden. Das Krisen-Interventions-Team rückte an und betreute die traumatisierten Retter.

Noch am Montagabend war Jürgen Hahn beeindruckt davon, wie schnell die Rettungswagen aus Stollhamm am Unglücksort eintrafen: „Das war gefühlt nur vier oder fünf Minuten, nachdem wir angekommen waren.“ Nun wechselten sich Rettungssanitäter und Feuerwehrleute bei der Wiederbelebung ab. Bald war auch der Notarzt da.

Ab 6.19 Uhr wurde das Unfallopfer ins Krankenhaus Oldenburg-Kreyenbrück gebracht, wo es wenig später starb. Die beiden anderen Beteiligten kamen ins St.-Bernhard-Hospital Brake.

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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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