Nordenham /Oldenburg Mit einem besonders schlimmen Vergehen musste sich am Montag das Oldenburger Landgericht beschäftigen. Angeklagt war ein 41 Jahre alter Familienvater aus Nordenham. Er hat seine eigene Tochter sexuell missbraucht und das in sage und schreibe 200 Fällen.

Wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes beziehungsweise sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen in 200 Fällen verurteilte ihn das Gericht dann am Montag auch zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren.

Strafe reduziert

Damit reduzierte die Kammer in der Berufungsverhandlung des Angeklagten ein früheres Urteil des Amtsgerichtes in Nordenham. Das hatte den nicht vorbestraften Angeklagten in einem ersten Prozess noch zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Tathergänge standen fest, bei der Verhandlung vor dem Landgericht ging es nur noch um die Höhe der Strafe. Zwei Dinge wirkten sich strafmildernd aus: Das war zum einen das Geständnis des Angeklagten, welches der Tochter eine Vernehmung vor Gericht erspart hatte. Allerdings konnten sich die Richter dadurch auch kein Bild davon machen, wie es dem Mädchen heute geht. Missbrauchsopfer leiden mitunter ein Leben lang unter den Taten.

Zweitens hielt das Gericht dem Angeklagten auch den Umstand zugute, dass er sich nach Aufdeckung der Taten in Therapie begeben hatte.

Der Tatzeitraum erstreckte sich im vorliegenden Fall über zweieinhalb Jahre. Als die Tochter neun Jahre alt war begann der Vater das Mädchen zu missbrauchen. Als das Mädchen elf Jahre alt war, hielt sie die Übergriffe nicht mehr aus und offenbarte sich schließlich einem Vertrauenslehrer in der Schule. Danach ging alles ganz schnell. Es dauerte nicht lange, da klickten die Handschellen.

Falsch verstandene Liebe

Der Angeklagte hat seine Familie verloren, keinen Kontakt mehr zu den Kindern. Wie komme man darauf, als Vater über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren seine Tochter zu missbrauchen, wollte das Gericht von dem Angeklagten wissen.

Es sei eine „falsch verstandene Liebe“ gewesen, lieferte der Angeklagte in der Verhandlung prompt eine Begründung. Doch ein sexueller Missbrauch ist keine falsch verstandene Liebe, sondern ein schweres Vergehen und Verbrechen, stellte der Richter klar.

Auch die Argumentation des Angeklagten, dass seine Ehefrau keinen Sex mehr gewollt habe, seine Tochter dagegen habe aber immer ein offenes Ohr für ihn gehabt, ließ das Gericht nicht gelten.

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