Nordenham Großes Stühlerücken bei der Nordenhamer Schwerpunktfeuerwehr: Nachdem Christian Stahl zu Jahresbeginn zum stellvertretenden Stadtbrandmeister ernannt worden war, war es für ihn jetzt an der Zeit, das Amt als Ortsbrandmeister nach sieben Jahren abzugeben. Gleichzeitig schied während der Jahreshauptversammlung in der Wache an der Strehlener Straße auch sein Stellvertreter Rolf Kutschenreuter aus Altersgründen aus.

Großer Vertrauensbeweis

Zum Nachfolger von Stahl bestimmte die Ortswehr Jan-Dirk Balz. Seine Wahl war ein absoluter Vertrauensbeweis, denn es gab weder einen Gegenkandidaten noch eine Gegenstimme. Fast ebenso klar bei nur drei Enthaltungen fiel die Abstimmung für seinen künftigen Vize Tobias Bühring aus. Trotz der eindeutigen Stimmungslage verschob sich am Samstag die Wahl jedoch immer weiter in den Abend hinein – und entsprechend verschob sich auch das anschließend angesagte Grünkohlessen. So wurde die Jahreshauptversammlung zu der wohl längsten der zurückliegenden Jahre überhaupt. Der Grund: Schon wenige Minuten nachdem Noch-Ortsbrandmeister Christian Stahl die Versammlung eröffnet hatte, mussten sechs der Einsatzkräfte mit zwei Fahrzeugen zu einem Schornsteinbrand an der Ortsgrenze zu Seefeld ausrücken. Kaum fünf Minuten später meldete sich erneut der Pieper, und weitere drei Kameraden machten sich auf den Weg zu einer Türöffnung an den Wehrdeich. Die Einsätze zogen sich, doch die Abstimmung wollte man ohne die abgerufenen Kameraden nicht zu Ende bringen.

In seinem Jahresrückblick beschrieb Christian Stahl das Jahr 2017 „als eher durchschnittlich“. Die Zahl der Mitglieder liegt nahezu konstant bei 106. 49 davon sind in der Einsatzabteilung aktiv, sieben davon sind Frauen. Die Kinderfeuerwehr „Feuerräuber“ hat sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt und zählt heute 28 Kinder. „Hut ab. Ihr leistet eine tolle Arbeit,“ lobte der Ortsbrandmeister.

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„Ihr macht das richtig gut,“ bescheinigte er aber auch der 20-köpfigen Jugendfeuerwehr. Die Gründung dieser Nachwuchssparten sei damals eine gute Entscheidung gewesen, denn wer in die Akten schaue, stelle schnell fest, dass sich über die Hälfte aller Einsatzkräfte in der Erwachsenenwehr einst aus der Jugendabteilung rekrutierten.

187-mal ausgerückt

Insgesamt hatte die Ortswehr im vergangenen Jahr 24 978 Dienststunden abgeleistet. 187 Mal rückte sie zu Einsätzen aus. Dabei konnten 32 Personen verletzt oder unverletzt gerettet werden. Allerdings kam manchmal auch jede Hilfe zu spät. 27 Alarmierungen fielen unter die Rubrik Brandeinsätze. Ein Küchenvollbrand in der Kolbergerstraße und ein Wohnungsbrand mit Menschenrettung am Silvesterabend in der Peterstraße sind noch gut in Erinnerung. Der einzige Großbrand mit 30 brennenden Heuballen in Schweewarden sei zwar nicht sehr spektakulär gewesen, erzählte Stahl, dafür war er aber „bei einer riesigen Materialschlacht“ sehr arbeitsaufwendig.

Fehlalarme durch private Rauchmelder haben in den vergangenen Jahren zwar zugenommen, die Wehr aber nehme dies gern in Kauf, würden durch diese Melder häufig doch größere Brände vermieden. So etwa 2017 in einem Mehrfamilienhaus an der Walther-Rathenau-Straße, als ein Bewohner beim Verlassen der Wohnung das brutzelnde Essen auf dem Herd vergessen hatte.

Zu den 100 technischen Hilfeleistungen, zu denen die Nordenhamer Ortswehr ausrückte, zählten in 22 Fällen die Beseitigung von Ölspuren und 37 Türöffnungen. „Recht glimpflich“ davongekommen sei man bei den drei Herbststürmen innerhalb von sechs Wochen sowie bei den Starkregenereignissen im Juni und Juli. „Da haben wir auch schon Schlimmeres erlebt,“ so der Ortsbrandmeister.

Bürgermeister Carsten Seyfarth, Amtsleiterin Uschi Wilkens und der Feuerwehrausschussvorsitzende Ulf Riegel dankten zum Abschluss den Freiwilligen für ihren Einsatz: „Gut, dass es euch gibt. Ihr macht einen super Job. Und ihr gebt uns ein Stück weit Sicherheit.“

Die Beförderungen nahm Stadtbrandmeister Ralf Hoyer vor: zum Feuerwehrmann wurden Dennis Hausburg und Stefan Engelhardt ernannt, zum Oberfeuerwehrmann Julian Harbers, zu Hauptfeuerwehrmännern Steffen Bollmann, André Schönherr und Sebastian Stern, zum Löschmeister Florian Böning und Jan-Dirk Balz sowie zum Hauptbrandmeister Christian Stahl.

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