Nordenham Über 1000 Grad heiß sei es im Rumpf der Luxusjacht gewesen. „Drinnen sah’s aus, wie es damals im World-Trade-Center ausgesehen haben muss“, erzählte Christian Stahl. Die Helme, Jacken und die Atemschutzgeräte hätten stark unter der extremen Hitze gelitten; die Sohlen der Schuhe seien geschmolzen. Als der Stadtfachwart für Schiffsbrandbekämpfung vom Einsatz auf der Vegesacker Lüerssen-Werft im September berichtete, hätte man im Gruppenraum der Nordenhamer Feuerwehr eine Stecknadel zu Boden fallen hören können.

Selbst die vielen Führungskräfte, die dort am Freitagabend zusammensaßen, um für Bürgermeister Carsten Seyfarth, Ordnungsamtsleiterin Ursula Wilkens, die Mitglieder des Feuerwehrausschusses und ihre Kameraden eine vorläufige Bilanz des Jahres 2018 zu ziehen, waren angespannt. Noch am zweiten Tag, so Christian Stahl, habe den 900 Einsatzkräften aus allen umliegenden Städten und Landkreisen beim Löschen ein Wasserdampf von 500 bis 600 Grad entgegengeschlagen. Es habe auch eine große Absturzgefahr bestanden. Der wohl größte Feuerwehreinsatz in Bremen seit Kriegsende mit einem Brandschaden von über 600 Millionen Euro habe bei allen bleibende Eindrücke hinterlassen. „Gott sei Dank lief alles ohne größere Blessuren ab“, sagte Christian Stahl, „ich war froh, als ich morgens heil im Bett lag.“

177 Männer, 23 Frauen

Sein Vortrag gehörte zu den Berichten, die während der Sitzung von den Fachwarten und den Ortsbrandmeistern gehalten wurden. Den Rahmen dafür hatte zuvor Stadtbrandmeister Ralf Hoyer in seinem Rückblick auf 2018 abgesteckt. Er sprach von 177 männlichen und 23 weiblichen Aktiven in den Einsatzabteilungen der sieben Nordenhamer Ortswehren. Die Mitgliederzahlen seien ein guter Durchschnitt und über die Jahre recht konstant. Trotz zweifellos noch vieler unerfüllter Wünsche seien diese Zahlen Beleg dafür, dass die Nordenhamer Wehr gut ausgerüstet sei. Denn: „Mit Plünnen könnten wir niemanden motivieren“, sagte der Stadtbrandmeister.

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Als Rückgrat der Freiwilligen Feuerwehren vor Ort lobte er die sehr gute Nachwuchsarbeit. In den drei Kinderabteilungen – Löschküken, Feuerfüchse und Feuerräuber – werden 55 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren mehr spielerisch geschult. In den drei Jugendabteilungen in Abbehausen, Blexen und Nordenham sind 60 Jugendliche aktiv.

Die Einsatzzahlen in 2018 sind laut Rolf Hoyer mit bisher 80 Brandeinsätzen und 72 Hilfeleistungen weitaus niedriger als im vergangenen Jahr, als der viele Regen und die heftigen Stürme die Ortswehren stark gefordert hatten. „Es tut auch mal ganz gut, ein bisschen Ruhe zu haben“, sagte der Nordenhamer Feuerwehrchef, „so konnten wir uns mehr auf die Ausbildung konzentrieren.“

Besonders noch in Erinnerung seien neben den auswärtigen Einsätzen auf der Lüerssen-Werft in Vegesack, dem Moorbrand in Meppen und dem Brand in der Vareler Papierfabrik mehrere Schuppen- und Laubenbrände sowie verschiedene Unfälle im Stadtgebiet. Auch die aufwendige Pumpaktion, als wegen der Dürre im Sommer das Wasser in den Gateteichen umzukippen drohte. erwähnte er.

Bürgermeister Carsten Seyfarth bedankte sich für das große Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, aber auch für die „deutlichen Worte“ der Ortsbrandmeister. Obwohl sich die finanzielle Lage der Stadt etwas entspannt habe, sei es noch nicht die Zeit, in der „Milch und Honig“ fließen. Dennoch versprach er, alle angesprochenen Mängel konstruktiv anzugehen.

Beförderungen

Traditionell schloss die Stadtkommandositzung mit Beförderungen, Ehrungen und einem gemeinsamen Grünkohlessen ab. Zum Hauptfeuerwehrmann wurde Tim Kröger, zur Löschmeisterin Jacqueline Werremeyer und zum Löschmeister Nils Lübken befördert. Verdienstmedaillen des Kreisfeuerwehrverbandes bekamen Jürgen Bühring, Rainer Görries, Rolf Kutschenreuter und Florian Wientzek überreicht.

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