Jade An der Hofeinfahrt der Familie Aschenbeck in Jaderlangstraße, an der gleichnamigen Straße, fehlt ein Kastanienbaum – warum kann das Ehepaar bis heute nicht nachvollziehen. Gerdi Aschenbeck (81) sah zufällig von der Diele ihres Wohnhauses, wie zwei Mitarbeiter einer Firma aus Ovelgönne mit den Arbeiten zur Fällung des Baums begannen. Das ärgerte sie. Sie fragte bei den Arbeitern nach und rief dann beim Leiter der Straßenmeisterei in Brake, Jürgen Oltmanns, an.

Nach Aschenbecks Überzeugung war es ein gesunder Baum, der gefällt wurde. Davon ließ sich der Leiter der Meisterei aber nicht überzeugen. Jürgen Oltmanns erklärt: „Geprüfte Baumkontrolleure mit Zertifikat überprüfen den Zustand und teilen mit, ob ein Baum gefällt werden muss.“ Das müsse eigentlich auch vor dem 1. März erledigt werden. Wegen Verzögerungen wäre der Baum erst jetzt gefällt worden. „Das wurde von der Naturschutzbehörde abgesegnet“, erklärt Oltmanns. „Der Stamm soll weiter oben eingerissen sein.“ Für Jürgen Oltmanns sprachen Haftungsgründe für das Fällen des Baums: „Ein als nicht mehr sicher gemeldeter Baum muss entfernt werden.“

Das sehen Gerdi Aschenbeck und ihr Mann Rudi ganz anders: „Der Baum war total gesund und überall konnte man schon deutlich die großen Blütentriebe sehen, die kurz vor dem Aufgehen waren. Hohltauben begannen schon mit dem Nestbau.“

Der Baum hatte für die beiden eine besondere Bedeutung: Gerdi Aschenbeck bekam zwei Kastanien 1965 von ihren Eltern geschenkt. Sie pflanzte die damals ein Meter hohen jungen Bäume zu beiden Seiten der Hofeinfahrt am Wassergraben auf der Berme auf öffentlichem Gelände ein.

Während der Fällaktion sei sie lieber ins Haus gegangen. „Der Stamm und alle Schnitte sehen völlig glatt und gesund aus“, betont der 79-jährige Rudi Aschenbeck. „So etwas Gemeines. Der Baum hatte immer so viele schöne Blüten. Ich habe geweint“, erklärt die Seniorin.

Sie habe bei Oltmanns noch gebeten, die Kastanie so lange stehen zu lassen, bis die Autobahn kommt. „Darauf ließ er sich aber nicht ein“, ergänzt sie.

Kommt die Autobahn, dann muss auch der zweite Baum gefällt werden. Die neue Straße wird parallel auf südlicher Seite der Autobahn zwischen Aschenbeck und Meischen zur Oldenbroker Straße, Höhe Sandweg, gebaut.

„Die Behörden entscheiden vom Schreibtisch aus“, kritisiert Gerdi Aschenbeck. „Was hat das mit Naturschutz zu tun?“ Zudem habe sie vermisst, „dass die Informationen im Gespräch mitgeteilt worden wären.“

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