PHIESEWARDEN Im Kriegsjahr 1940 trat Fritz Maas in diese Feuerwehr ein. Seine ersten Einsätze hatte er als Helfer des Luftschutzwartes.

von norbert hartfil PHIESEWARDEN - Wenn Fritz Maas sagt, dass die Feuerwehr sein Leben ist, dann hat das nichts übertrieben Euphorisches, sondern gibt nur eine Tatsache wieder. Denn der Phiesewarder ist einsamer Rekordhalter unter den dienstältesten Brandbekämpfern im Stadtgebiet. Am 15. April hat er das Jubiläum für 65-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr erreicht. Ein solches Ereignis kommt so selten vor, dass in den Statuten der Feuerwehr dafür nicht einmal eine Ehrung vorgesehen ist.

Auf eine weitere Auszeichnung legt der 80-Jährige auch nicht viel Wert, zumal er in seiner langen Karriere als Brandretter schon eine Vielzahl von Urkunden und Anerkennungen bekommen hat. Dazu gehört unter anderem die Ehrenplakette in Gold, mit der die Stadt Nordenham seine Verdienste als Phiesewarder Ortsbrandmeister gewürdigt hat.

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18 Jahre lang – von 1963 bis 1981 – war Fritz Maas der Chef der Feuerwehr in seinem Geburtsort. Dieser Posten blieb vorübergehend in der Familie, indem sein inzwischen nach Bautzen verzogeneer Sohn Klaus für sechs Jahre die Aufgaben des Ortsbrandmeisters von seinem Vater übernahm.

Fritz Maas‘ Begeisterung für die Feuerwehr ist ungebrochen. Zwar gehört er längst der Altersabteilung an, aber das Geschehen rund ums Brandschutzwesen verfolgt er nach wie vor mit großem Interesse. So ist er froh darüber, dass die Phiesewarder Wehr jetzt nach langem Ringen ein neues Gerätehaus bekommt. Beim Richtfest und bei der Einweihungsfeier möchte er unbedingt dabei sein.

Sorgen bereitet dem Feuerwehr-Haudegen die aus Kostengründen geführte Diskussion über eine mögliche Zusammenlegung von Ortswehren. „Das darf man auf keinen Fall machen“, sagt Maas, „wir brauchen die Leute vor Ort.“ Eine Kürzung des ehrenamtlichen Personals würde zu Lasten der Sicherheit gehen.

In seiner aktiven Zeit lag Fritz Maas, der in seinem Beruf als Maler 25 Jahre beim Bauhof tätig war, die Nachwuchsarbeit besonders am Herzen. 1965 übernahm er die Leitung der Jugendfeuerwehr Nordenham, die damals kurz vor der Auflösung stand. Zehn Jahre übte er dieses Amt aus, das ihm „immer große Freude gemacht“ hat. Auch wenn die Jungs machmal schwer zu bändigen waren. Zu seinen Schützlingen gehörten unter anderem der heutige Stadtbrandmeister Ralf Hoyer und dessen Vorgänger Fritz Renken.

Die Feuerwehr-Laufbahn hatte Fritz Maas als 15-Jähriger begonnen. „Ich wollte anderen Menschen helfen“, schildert er seine Motivation. Zu der Zeit im Kriegsjahr 1940 litt die Feuerwehr unter Personalmangel, weil viele Männer den Soldatendienst angetreten hatten. Seine ersten Einsätze bestritt Fritz Maas als Helfer des Luftschutzwartes mit nächtlichen Wachdiensten in der Phiesewarder Schüttingstraße. „Wenn Fliegeralarm war, mussten wir mussten aufpassen, dass niemand das Licht anmacht.“

1943 wurde auch er in die Wehrmacht eingezogen. 1944 geriet Fritz Maas in Frankreich in Gefangenschaft, die er in England und Kanada verbrachte. 1947 kehrte er nach Hause zurück und schloss sich „nach kurzer Bedenkzeit“ wieder der Feuerwehr an. Zunächst in Schweewarden, und ab 1954 erneut in Phiesewarden.

Was Fritz Maas am meisten an der Feuerwehr schätzt, ist die Kameradschaft: „Da steht einer für den anderen ein.“ Daher hätte er 1968 auch gerne beim Großbrand auf dem Gelände der Norddeutschen Seekabelwerke mitgeholfen. Aber das konnte Fritz Maas beim besten Willen nicht: „Ausgerechnet an dem Tag lag ich im Krankenhaus.“

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