Friedrich-August-Hütte Eine der beiden Nord-Süd-Achsen im Nordenhamer Stadtgebiet wird im nächsten Jahr für etwa acht Monate als durchgängige Verbindung ausfallen. Denn auf der vierspurigen Martin-Pauls-Straße wird in Höhe des Helgoländer Damms das marode Brückenbauwerk durch einen Neubau ersetzt. Dafür muss die Kreisstraße 188 im Baustellenbereich voll gesperrt werden.

Es bleibt die B 212

Durchgängig befahrbar bleibt während der achtmonatigen Bauzeit von April bis November 2019 somit nur die andere Nord-Süd-Achse, die Bundesstraße 212.

Mit der Planung und Umsetzung des Bauvorhabens hat der Landkreis Wesermarsch die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Oldenburg) beauftragt. Der Landkreis ist Baulastträger und muss rund 83 Prozent (1,2 Millionen Euro) der auf 1,45 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten tragen. Gemäß gesetzlicher Regelung muss sich die Stadt Nordenham an der Finanzierung beteiligen. Sie muss rund 17,5 Prozent der Gesamtkosten übernehmen. Das sind 250 000 Euro.

Bürgermeister Carsten Seyfarth bestätigte auf Nachfrage der NWZ, dass diese Ausgabe nicht im Doppelhaushalt 2018/2019 eingeplant ist. Dafür muss die Stadt also einen Nachtragshaushalt aufstellen. Da es eine unverzichtbare Investition ist, hofft der Bürgermeister auf Zustimmung der Kommunalaufsicht beim Landkreis zu dieser zusätzlichen Ausgabe der hoch verschuldeten Stadt.

Untersuchungen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr haben ergeben, dass bezüglich Standsicherheit und Dauerhaftigkeit des Brückenbauwerks eine kurzfristige Schadensbeseitigung erforderlich ist.

Wie Sachgebietsleiterin Silke Baehr und Projektleiter Rainer Laut von der Straßenbaubehörde Mittwochabend im Bauausschuss des Stadtrates erläutert haben, besteht die Stahlbetonplattenbrücke aus drei Überbauten. Die ersten beiden stammen aus den Jahren 1956 und 1957, die dritte aus den 1970er Jahren.

Ein halbseitiger Abriss und damit ein Neubau in zwei Abschnitten würde die Tragfähigkeit des mittleren Überbaus praktisch zerstören. Daher kommt nur ein Komplettabbruch und ein kompletter Neubau unter Vollsperrung in Frage. Für die Baustelleneinrichtung wird der Anschluss Helgoländer Damm etwas verlegt werden müssen.

Für den Neubau ist eine Bohrpfahlgründung erforderlich. Die Stahlbetonbohrpfähle sollen etwa 20 Meter lang sein. Für die neue Brücke wird es keine Lasteneinschränkung geben. Das heißt: Jedes zugelassene Fahrzeug darf hier passieren.

Umleitungen

Während der etwa 8 Monate Vollsperrung sind folgende Umleitungen geplant:

 Fußgänger und Radfahrer sollen die Brücke zwischen Margaretenstraße und Glückauf II und Blexersander Straße nehmen.

 Der Linienbusverkehr wird an der Südseite umgeleitet über die Viktoriastraße und die Atenser Allee. An der Nordseite: Umleitung über Blexersander Straße. Zwar ist die Blexersander Straße wegen ihres schlechten baulichen Zustandes für Lastwagen-Verkehr gesperrt. Für den ÖPNV wird aber eine Ausnahme als vertretbar eingestuft.

 Der Schwerlast- und Lastwagen-Verkehr muss weiträumig über die Bundesstraße 212 ausweichen.

Horst Lohe
Nordenham
Redaktion Nordenham

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