Butjadingen In einem Notfall zählt jede Minute. Doch wen muss man eigentlich verständigen, damit schnell Hilfe herbeieilt? Wie soll ein ortsunkundiger Tourist es bewerkstelligen, den genauen Standort zu beschreiben, an dem er sich befindet? Und wie soll ein Disponent in der Großleitstelle in Oldenburg, der sich mit den Gegebenheiten in Butjadingen nicht auskennt, die Einsatzfahrzeuge so dirigieren, dass keine Zeit verloren geht?

Auf diese Fragen gibt es nun Antworten. Gefunden haben sie die Butjadinger DLRG und Tourismus-Service Butjadingen (TSB). Gemeinsam haben die Lebensretter und die Kurgesellschaft ein neues Rettungsleisystem ersonnen und installiert, das am Fedderwarder Priel für mehr Sicherheit sorgen soll.

Burhave unbewacht

Die DLRG wacht in Tossens und Eckwarderhörne und natürlich auch in der Nordsee-Lagune, nicht jedoch auf dem Wattenmeer-Abschnitt zwischen Fedderwardersiel und Burhave. Seit im 2007 die Lagune gebaut wurde, ist Burhave kein offizieller Badestrand mehr. Deshalb ist dort auch die DLRG nicht mehr präsent. Gebadet wird aber dennoch, und viele Menschen nutzen den Abschnitt zwischen Burhave und Fedderwardersiel auch für Wattwanderungen.

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TSB und DLRG hatten bereits vor vier Jahren die ersten Überlegungen angestellt, wie man den Fedderwarder Priel besser sichern könnte. Einen ersten Schritt hatten die Lebensretter vergangenes Jahr unternommen, indem sie ihr neues Einsatzboot, die „Butenland“, im Yachthafen in Fedderwardersiel stationierten. Mit dem Rettungsleitsystem, das DLRG-Ortsgruppenvorsitzender Reiner Przyklang und der technische Einsatzleiter Cord Janßen sowie Kurdirektor Robert Kowitz und TSB-Außenbereichsleiter Reiner Jahn jetzt vorgestellt haben, ist der zweite Schritt getan.

Das System besteht im Wesentlichen aus vier an der Promenade zwischen Burhave und Fedderwardersiel aufgestellten Schildern, die auf Deutsch und Englisch nicht nur über das richtige Verhalten im Watt informieren, sondern auch jeweils einen GPS-vermessenen Rettungspunkt darstellen. Das Schild in Höhe der Lagune etwa weist diesen Standort als Rettungspunkt 12 aus. Gerät in diesem Bereich ein Wattwanderer in Not oder kommt es zu einem Badeunfall, müssen Angehörige oder Passanten nur die auf dem Schild ebenfalls angegebene Notrufnummer 112 wählen und angeben, dass sie sich in Butjadingen am Rettungspunkt 12 befinden.

Leitstelle informiert

Das würde am anderen Ende der Leitung zu großem Rätselraten führen, wäre nicht auch die Großleitstelle in Oldenburg mit entsprechenden Informationen versorgt. Die Disponenten können in der Zentrale, in der alle Einsatzfälle, die über die 112 reinkommen, koordiniert werden, auf einer elektronische Karte die Rettungspunkte nicht nur sehen. Sie haben auch genaue Anweisungen erhalten, wie ein Einsatzfahrzeug auf dem Weg dorthin idealerweise fährt, ohne Umwege zu machen oder womöglich in einer Sackgasse zu landen.

Dass die DLRG und die TSB für die Bezeichnung der Rettungspunkte zweistellige Ziffern gewählt haben, hat zwei Gründen: Zum einen ist die Gefahr geringer, dass es in der Hektik eines Notfalls zu Übermittlungsfehlern kommt – zwei und drei ist phonetisch leichter zu verwechseln als 12 und 13. Zum anderen besteht so die Möglichkeit, das System noch zu erweitern und links und rechts des jetzigen Abschnitts weitere Rettungspunkte einzurichten. Dass es zu einer Erweiterung kommt, ist nicht ausgeschlossen, sollte sich das jetzt gestartete Pilotprojekt bewähren.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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