Brake Der kleine Test am Freitagmittag ist sicher nicht repräsentativ. Einen Eindruck liefert er aber allemal. Besonders dann, wenn man seine Ergebnisse mit den Reaktionen zusammenfasst, die man erhält, wenn man auf die Verkehrsregelung vor dem Seniorenzentrum Brake zu sprechen kommt: „Wie, da ist Tempo 30?“ hört man dann meistens.

Ja, ist es. Und das bereits seit ein paar Wochen. Eigentlich ja sogar knapp zwei Jahre zu spät, wie Holger König von der Stadtverwaltung das „Versäumnis“ einräumt. Seit 2017 gibt es die rechtlichen Voraussetzungen, Tempo 30 vor Kindertagesstätten, Grundschulen und eben Altenheimen auch auf Hauptverkehrsstraßen einzurichten.

Während diese Regelung vor den Grundschulen – ergänzt durch Zeiten der Gültigkeit – sowie vor Kindergärten und anderen Altenpflegeheimen (wenn diese nicht eh in 30er-Zonen liegen) längst umgesetzt wurde, war dies an der Breiten Straße von der Stadt bisher versäumt worden. Das hat die Verwaltung Anfang des Jahres aber nachgeholt. Hatte sie es zunächst mit kleineren 30er-Schildern versucht, sind diese vor einiger Zeit durch solche in normaler Größe ersetzt worden. Allein: Viele Autofahrer scheinen diese Schilder immer noch zu übersehen, die den nicht einmal 100 Meter langen Bereich eingrenzen.

Am Freitagmittag fuhren nach Beobachtungen der NWZ innerhalb eines willkürlich gewählten Zeitraums von fünf Minuten 41 Fahrzeuge geschätzt deutlich schneller als 30 km/h. Immerhin 25 hielten sich an die Begrenzung – allerdings teilten diese sich auf nur fünf Gruppen auf: Wenn der Erste sich ans Tempolimit hielt, blieb den anderen keine Wahl. Allein sechs von ihnen folgten einem Fahrschulwagen, der sich an die 30 km/h hielt. Auffällig dabei: 22 der 25 ordentlich fahrenden Autos waren stadtauswärts unterwegs. „Nur“ 13 Fahrzeuge in diese Richtung waren deutlich schneller als 30 km/h unterwegs. In Richtung Stadtmitte zeigte sich ein gänzlich anderes Bild: 28 waren zu schnell unterwegs, nur drei hielten sich an das Verkehrsschild.

Grundsätzlich wäre auch eine Markierung auf der Fahrbahn der Breiten Straße in Form von großen Ziffern zulässig, so König. Der stellvertretende Fachbereichsleiter setzt aber vielmehr auf die Einsicht und den Lerneffekt der Verkehrsteilnehmer. König hat nämlich den Eindruck, dass sich die Geschwindigkeitsbegrenzung vor dem Altenheim „langsam rumgesprochen hat“. Und das merke man auch: „Man wird nicht mehr so oft angehupt, wenn man dort mit 30 fährt.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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