Brake Die Tage werden kürzer und die verblassten und verdreckten Verkehrsschilder in Brake damit nicht besser erkennbar. Gerade im Bereich des Bahnhofs fallen viele Schilder auf, die kaum noch zu lesen sind.

„Wir wissen um den Zustand der Schilder und sind aktuell dabei, betreffende Schilder auszutauschen“, erzählt der Sachbearbeiter der Verkehrsbehörde Holger König. Auch für den Bahnhofsbereich liege bereits der Auftrag vor und auch die Schilder seien schon vorrätig, so König. „Allerdings müssen wir diese Aufgabe mit eigenem Personal vom Bauhof bewältigen und sind da nicht so gut aufgestellt wie etwa die Straßenmeisterei des Landkreises“, erklärt der Braker. Auch wenn so gewissermaßen ein Auftragsstau herrscht, ist die Stadt bemüht, bei akutem Bedarf umgehend zu handeln. „Dann ist auch jemand in der Lage, es sofort zu machen“, so König. Dies gebiete die Verantwortung der Stadt für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.

100 Euro pro Schild

Die Stadt macht regelmäßig Bestandsaufnahmen der Schilder, um zu überprüfen, ob und an welchen Punkten ein Maßnahme erforderlich ist. Ein neues Schild kostet die Stadt nach Angaben von König in etwa 100 Euro. „Wir könnten sicherlich jedes Acht-Tonnen-Schild an Wohnstraßen austauschen, aber andere haben Priorität“, sagt König.

Wenn allerdings ein Verkehrsschild derart unleserlich oder überwuchert ist, dass es nicht mehr zu erkennen ist, wie steht es dann im Falle eines Unfalls? „Wenn sie an einer Kreuzung das Stoppschild übersehen und daraus ein Unfall resultiert, sind sie in der Regel schuld, auch wenn das Schild schwer erkennbar ist“, sagt dazu der Abteilungsleiter für Kraftfahrzeugschäden der Öffentlichen Versicherung Oldenburg, Christopher Borgerding.

„Natürlich kann jeder Fall anders sein, aber generell gilt: Versichert sind sie immer“, so Borgerding weiter. Denn, wie der Experte weiß: „Selbst bei starker Verwitterung ist die Form des Schildes erkennbar und jedem bekannt.“

Darauf weist auch der Geschäftsführer der Verkehrswacht Wesermarsch Klaus Lücke hin: „Ein Stoppzeichen muss immer erkennbar sein und das ist durch die besondere, einmalige Form des Schildes auch gewährleistet.“ Auch bei weiteren wichtigen Zeichen sei durch die besondere Form sicher gestellt, dass die Verkehrsteilnehmer sie auch in unleserlichem Zustand erkennen können. Nichtsdestotrotz besage die Regelung, dass Verkehrsschilder deutlich erkennbar sein müssen, so Lücke.

Eigene Nachweispflicht

Gerade bei Tempo-Schildern erschließt sich über die Form nicht, was sie bedeuten. Doch wird man mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt, stehe man selbst in der Pflicht nachzuweisen, dass das betreffende Schild nicht lesbar sei, so Borgerding. Wie Lücke berichtet, gebe es Urteile, die den Fahrzeugführer in bestimmten Fällen nicht aus der Verantwortung entbinden. „Da haben die Richter entschieden, dass Personen, die in der Nähe von ihrem Zuhause geblitzt wurden, trotzdem haftbar sind, mit der Begründung, dass der Fahrzeugführer das Schild bereits kennt“, erläutert Lücke.

Unterm Strich müsse der Straßenbaulastträger durch entsprechende Kontrollen die Beschilderung überprüfen, so Lücke. Wie König allerdings angibt, sei die Stadt auf Hinweise angewiesen. „Wir können nicht überall sein“, bedauert er. Eine Möglichkeit für eine solche Meldung bietet die Homepage der Stadt Brake, wo ein Formular für verschiedene Schadensmeldungen bereit steht. Sie finden es online unter: bit.ly/brake-schaden

Daniel Kodalle Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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