Brake /Oldenburg Eine neue Bewertung des Kiosküberfalls in Brake am 9. Januar 2016 hat zwei Männern das Gefängnis erspart. Vom Vorwurf des besonders schweren Raubes hat das Oldenburger Landgericht die beiden 24 und 27 Jahre alten Angeklagten aus Brake jetzt freigesprochen. Wie berichtet, waren sie in einem ersten Prozess noch schuldig gesprochen und zu Gefängnisstrafen von gut vier Jahren beziehungsweise knapp vier Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil aber wieder auf. Von Anfang an hatten die beiden Braker die Vorwürfe bestritten. Sie sollten Recht behalten, sie sind unschuldig.

Dreh- und Angelpunkt des Ausgangsverfahrens war ein 25-Jähriger aus Brake. Er hatte am Tattag maskiert und bewaffnet den Kiosk im Kiebitzring überfallen und von der Kioskverkäuferin Geld verlangt. Der 25-Jährige wurde schnell als Täter ermittelt. Er wusste, dass er eine sehr hohe Strafe zu erwarten hatte. Um Pluspunkte zu sammeln, benannte er die beiden jetzigen Angeklagten als Mittäter. Diese hätten im Fluchtauto gesessen, seien aber die Planer gewesen, so der 25-Jährige.

Dieser kam aufgrund der „Aufklärungshilfe“ in den Genuss der Kronzeugenregelung. Als einziger wurde er im Ausgangsverfahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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„Wir hatten nur die Aussage des Haupttäters“, sagte am Donnerstag der Vorsitzende Richter Horst Kießler. Das Entlarvende: Im jetzigen Prozess hat der 25-Jährige die Aussage verweigert. Zuvor hatte Richter Kießler ihn belehrt: Er müsse nicht aussagen, wenn er bei einer wahrheitsgemäßen Aussage sich selbst belasten würde. Der 25-Jährige hätte dann wohl zugeben müssen, dass er die beiden jetzigen Angeklagten zu Unrecht belastet hatte.

Der 25-Jährige ist dreist. Das hat er auch nach Ende des Ausgangsverfahrens bewiesen. Stumpf war er in den überfallenen Kiosk gegangen und fragte an, ob er dort weiterhin einkaufen könne. Die Kioskverkäuferin war empört: Beim Gericht mag er mit einer Bewährungsstrafe davongekommen sein. „Bei mir hast du lebenslang“, so die Verkäuferin zu dem Räuber auf freiem Fuß.

Gegen den 25-Jährigen wird jetzt erneut ermittelt. Die falsche Verdächtigung könnte ihn seine Bewährung kosten.

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