Brake Schwarz verkohlte Balken sind im Hof verstreut, ein schnurloses Telefon liegt, in Panik fallengelassen, neben der Hecke vor dem Haus. Im Sonnenschein sitzt am Donnerstagmorgen verschüchtert eine Katze auf einer unbeschädigt gebliebenen Bank und blinzelt ins Licht.

Hier in der Bürgermeister-Müller-Straße hat Familienvater Semsetin Taylan in der Nacht auf Donnerstag seine Angehörigen vor einem Brand gerettet. Er bemerkte den Rauch im Untergeschoss des Hauses und handelte sofort. Sechs Kinder im Alter von drei bis 19 Jahren und die 37-jährige Ehefrau kletterten mit seiner Hilfe über eine Leiter aus dem Fenster im Obergeschoss des Hauses an der Bürgermeister-Müller-Straße.

Haus ist versiegelt

Trotz der Geistesgegenwart des 43-jährigen Mannes mussten sie aufgrund von Rauchgasvergiftungen in Krankenhäusern in Brake und Delmenhorst behandelt werden. Die Polizei hat das unbewohnbar gewordene Haus versiegelt. Laut Auskunft der Behörden wurde das Feuer gegen 23.30 Uhr gemeldet. Es war nach derzeitigen Erkenntnissen im Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss ausgebrochen, Grund war nach Abschluss der Ermittlungen ein technischer Defekt.

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Das Einfamilienhaus ist erst einmal unbewohnbar. Es wurde von der Polizei versiegelt. Der Sachschaden wird auf 120 000 Euro geschätzt.

In der Nacht hatte die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle gebracht. „Die Kameraden haben unter Atemschutz gearbeitet und zwei C-Rohre eingesetzt“, sagte Stadtbrandmeister Bernd Kempendorf. „Die Familie wurde in der Zeit draußen vom Rettungsdienst versorgt“, berichtete er weiter. Auch ein Notarzt war vor Ort.

„Noch unter Schock“

Am Nachmittag nach der Brandnacht steht der Familienvater Semsetin Taylan mit Freunden im Garten seines Hauses. Hinein dürfen sie natürlich nicht, einen ersten Überblick verschaffen wollen sie sich trotzdem. Dem 43-Jährigen stehen die dramatischen Ereignisse aus der Nacht noch ins Gesicht geschrieben. „Er hat seine ganze Familie gerettet“, sagt sein Bekannter. Vorbildlich verhalten hätten sich auch die Nachbarn. „Sie haben Polizei und Feuerwehr verständigt, als sie den Rauch bemerkten.“

Semsetin Taylan ist erst einmal erleichtert, dass Frau und Kinder die Nacht den Umständen entsprechend gut überstanden hätten. „Sie wurden aus den Krankenhäusern entlassen und sind jetzt bei der Schwiegermutter untergebracht. Sie müssen diesen Schock erst einmal verdauen.“ Wo sie in der nächsten Zeit wohnen werden ist noch nicht klar. Der 43-Jährige ist erst einmal froh, dass alle am Leben sind.

Stadt kann helfen

Die Stadt Brake bietet in solchen Notfällen immer Hilfe an, sagte Axel Grunwald vom Ordnungsamt Brake am Donnerstag auf Nachfrage der NWZ. Es würden Zimmer und Wohnungen zur Verfügung gehalten, im Notfall könnten auch Hotelzimmer angemietet werden. Dieses Angebot gelte solange, bis das betroffene Haus wieder bewohnbar sei oder die Menschen ein neues Zuhause gefunden hätten.

Das könnte ein erster Trost sein für die Familie, die in nur einer Nacht ihr Zuhause erst einmal verloren hat.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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