Brake Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Anklage gegen den früheren und langjährigen Leiter des Braker Alten- und Pflegeheims Christophorus-Haus, Michael W., erhoben. Das teilte Staatsanwalt Christian Thierfelder, Pressesprecher der Oldenburger Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der NWZ mit. W. wird sich vor dem Amtsgericht Brake wegen des Vorwurfs der gewerbsmäßigen Untreue in 41 Fällen verantworten müssen, sobald der Strafrichter über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden hat.

Dem Diakonischen Werk soll ein Schaden in Höhe von 217.500 Euro entstanden sein. W. soll eingeräumte Vollmachten ausgenutzt haben, um Barbeträge abzuheben und dieses für sich verwendet haben. Der Angeklagte stellte laut Staatsanwaltschaft in Aussicht, die Taten vor Gericht zu gestehen.

Insgesamt dürfte der verursachte Schaden wohl noch höher gewesen sein. Die Anklageerhebung betreffe einen Zeitraum von November 2012 bis September 2017, teilte Thierfelder mit. Für Taten aus dem Zeitraum davor sei das Verfahren wegen Verjährung teilweise eingestellt worden.

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Das gelte allerdings nur für den strafrechtlichen Aspekt, betonte Diakonie-Vorstand Uwe Kollmann. Zivilrechtlich seien diese Taten keineswegs verjährt und man wolle auch diesen Ansprüche befriedigt sehen. Allerdings wolle man zunächst das strafrechtliche Verfahren abwarten.

Das Diakonische Werk Oldenburg als Träger des Christophorus-Hauses hatte Ende 2017 Anzeige gegen den früheren leitenden Mitarbeiter wegen Verdachts der Untreue erstattet. Die polizeilichen Ermittlungen hatten bis Spätsommer 2018 gedauert, Anfang gingen die Akten an die Staatsanwaltschaft. Dort hatte es allerdings einen Dezernentenwechsel gegeben, so dass sich die weiteren Ermittlungen und die Anklageerhebung bis in den Februar hinzog.

Nach Recherchen der NWZ soll der frühere Leiter in einem ausgeklügelten System über viele Jahre hinweg Gelder der Diakonie in die eigene Tasche abgezweigt haben. Diakonie-Vorstand Kollmann, der auch ehrenamtlicher Vorstand des Christophorus-Hauses ist, sprach von einem „sechsstelligen Betrag von mehr als 300.000 Euro“.

Bewohner und Mitarbeiter des Hauses seien nicht geschädigt worden, hatte der Diakonie-Vorstand bereits im vergangenen Jahr betont. Das veruntreute Geld stamme allein aus Mitteln des Diakonischen Werkes. Das hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Herbst bestätigt.

Das Strafmaß für besonders schwere Untreue (wenn sie gewerbsmäßig erfolgt) beträgt bis zu zehn Jahren. Dass die Anklageerhebung allerdings beim Amtsgericht erfolgte, lässt erwarten, dass die Staatsanwaltschaft von einer geringeren Strafe ausgeht. Ein Amtsgericht darf Haftstrafen von maximal vier Jahren verhängen. Wird ein Strafmaß von bis zu zwei Jahren erwartet, findet das Verfahren vor einem Strafrichter statt, bei einer Strafe von bis zu vier Jahren in der Regel vor einem Schöffengericht.

W. war seit 1996 im Christophorus-Haus tätig und hatte dessen Leitung im August 2001 übernommen. Das Alten- und Pflegeheim hat einen ausgezeichneten Ruf und besteht seit mehr als 40 Jahren. Es verfügt über 101 Wohn- und Pflegeplätze. Mehr als 90 Mitarbeiter sind an der Kantstraße in Brake tätig.

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Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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