BERNE /BARDENFLETH Die Helfer rückten am Mittwochabend zu einem simulierten Brand auf dem Schiffsneubau aus. Dabei hatten sie mit Dauerregen sowie einer verrauchten Werfthalle zu kämpfen.

Von Thomas Neunaber BERNE/BARDENFLETH - Bardenfleth am Mittwochabend, 19.30 Uhr: In der Halle der Lürssen Werft arbeiten Schiffsbauer und Schweißer an der Luxusyacht „Bounty Hunter“. Plötzlich kommt es im Bereich des vorderen Mitteldecks des 60 Meter langen Luxusschiffes zu einem Brandausbruch. Flammen lodern empor. Rauchschwaden umhüllen den Stahlrumpf des Edelschiffes.

Gegen 19.50 Uhr geht bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Brake ein Notruf ein. Mit aufgeregter Stimme meldet ein Anwohner, dass aus der Werfthalle der Lürssen Werft in Bardenfleth Rauch aufsteigt. Dann der nächste Anruf. Ein Werftarbeiter, der sich durch einen Seiteneingang ins Freie gekämpft hat, meldet Feuer auf einem Schiffsneubau.

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Es ist 20.15 Uhr, als das erste Einsatzfahrzeug der Ortswehr Warfleth eintrifft. Schnell schlüpfen die Rettungskräfte in ihre feuerfeste Spezialkleidung, schultern ihr Sauerstoffgerät und streifen die Atemschutzmaske übers Gesicht. Im Innern der Werft wabern den Rettungskräften dichte Rauchschwaden entgegen. Mit Handscheinwerfern kämpfen sich die Rettungskräfte vor.

Inzwischen sind auch die Feuerwehrfahrzeuge der anderen Berner Ortswehren aus Berne, Hekeln, Köterende, Neuenkoop und Weserdeich eingetroffen, um den Kameraden aus Warfleth zu helfen. 15 Einsatzfahrzeuge beziehen Stellung auf dem Werftgelände.

Sanitäter bauen derweil medizinische Geräte zur Erstversorgung im Verwaltungsgebäude der Werft auf. Die Feuerwehrleute aus Warfleth haben sich mit Lampen zum Schiffsrumpf vorgekämpft und stoßen auf eine schwer verletzte Frau, die auf einer Treppe liegt. Ihre Hose ist aufgerissen und zwischen den Stofffetzen schaut ein Knochen hervor. Die Werftarbeiterin schreit vor Schmerzen. „Bitte helfen Sie mir, im Innern des Schiffes sind noch Kollegen von mir.“ Per Funk fordern die Warflether Feuerwehrleute Trage und Rettungssanitäter an.

„Bis jetzt läuft bei der Übung alles sehr gut“, sagt Ulf Drogi. Er ist mitverantwortlich für das Drehbuch bei der Gemeindeeinsatzübung der Berner Ortsfeuerwehren. Denn alles, was sich an diesem Abend auf der Lürssen Werft abspielt, ist inszeniert.

„So ein Szenario ist absolut realistisch“, sagt Werner Wilkening, Fertigungsleiter auf der Bardenflether Werft. Lürssen hatte sich quasi zwei Jahre um die „Austragung“ der nächsten großen Gemeindeübung beworben. Jetzt ist man froh, dass es geklappt hat. „Anhand der Übung lernen auch wir, mit einem Brand umzugehen, und eventuelle Schwachstellen in der Werkssicherheit auszumerzen“, so der Werftmitarbeiter.

Schwerpunkt der diesjährigen Übung war die Rettung von schwer verletzten Personen aus einem Schiffsrumpf, der Umgang mit einer durch brennenden Kunststoff kontaminierten Halle sowie der Aufbau der Wasserversorgung von einem nahe gelegenen Fluss (Weser) zum zu schützenden Objekt (Schiffsrumpf).

Erschwert wurde der Einsatz durch Dauerregen, der nicht nur die Sicht durch die Atemschutzmasken erschwerte, sondern auch glitschige Bodenverhältnisse bescherte.

Für Unmut sorgte bei manchem Feuerwehrmann ein weiterer Umstand: Werder Bremens Europapokalspiel. „So ein Mist, warum ausgerechnet heute, wo Werder gegen Ajax spielt“, nörgelte ein Feuerwehrkamerad. Für gute Laune sorgte da zumindest das anschließende Grillen nach der erfolgreichen Übung und das Happy End: Sieg gegen das Feuer und Werder schlägt Ajax 3:0.

Und auch Gemeindebrandmeister Klaus Niekamp war nach rund drei Stunden Einsatz zufrieden mit dem Ergebnis: „Bis auf ein paar Abstimmungsprobleme zwischen den Ortswehren hat heute alles gut geklappt.“

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