Schwei Als Heike Woltmann-Mehrens am Mittwochmorgen mit ihrem Mann auf dem Balkon frühstückte, rollte unten plötzlich ein langes, weißes amerikanisches Auto vorbei. Der Fahrer, klassisch mit Uniform und Schirmmütze, wollte zu dem Ehepaar. Anschließend schwebten beide in der Stretch-Limousine von Oldenburg nach Schwei, wo Heike Woltmann-Mehrens ihren Abschied als Leiterin des Kindergartens Lüttje Lüü feierte.

Roten Teppich ausgerollt

Die Kollegen hatten das auffällige Auto für die scheidende Chefin geordert. Am Zielort eingetroffen, rollte der Chauffeur einen kleinen roten Teppich aus, ehe er die Tür auf der hinteren Fahrerseite öffnete. Miriam Mogwitz, langjährige Mitarbeiterin und jetzt Nachfolgerin von Heike Woltmann-Mehrens, begrüßte sie mit einer Umarmung. Es folgten viele weitete Umarmungen mit Kolleginnen und Müttern, während die Leiterin ein Spalier von Kindern durchschritt; jedes überreichte ihr eine Rose.

Heike Woltmann-Mehrens verlässt den Schweier Kindergarten nach 27 Jahren an der Spitze, aber sie geht nicht in den Ruhestand – noch nicht. Die letzten rund 16 Monate ihres Arbeitslebens wird die jetzt 64-Jährige im Rathaus Rodenkirchen verbringen, wo sie für das Qualitätsmanagement der Stadlander Kindertagesstätten zuständig sein wird. In der ehemaligen Poststelle ist ihr ein Büro eingerichtet worden, von dem aus sie ab August einen externen Dienstleister für das auf Dauer angelegte Management suchen wird. „Stadland ist damit Vorreiter“, sagt Heike Woltmann-Mehrens.

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Vorreiterin war sie auch mit ihrer Arbeit im Schweier Kindergarten. 1979 war sie als Erzieherin nach Rodenkirchen gekommen, 1989 wechselte sie als Leiterin nach Schwei. „Es war nicht nur meine Arbeit, es war mein Leben“, resümierte Heike Woltmann-Mehrens ihre Zeit in Schwei, während sie mit den Tränen kämpfte. Ihre ersten Kolleginnen waren Anne Petershagen und Renate Duhm. Gemeinsam bauten sie hier den ersten integrativen Kindergarten auf und betrieben Inklusion, als es das Wort in diesem Sinne noch gar nicht gab, wie Hans Meinen sagte, bis 2009 Leiter der Grundschule Schwei.

Heike Woltmann-Mehrens wiederholte ihren Grundsatz, dass jeder Mensch so angenommen werden müsse, wie er ist: „Jeder soll auf seine Art gefördert werden.“

Zu Hause gefühlt

Ihre Nachfolgerin Miriam Mogwitz sagte, der Schweier Kindergarten sei einer der schönsten im Landkreis: „Hier haben sich die Kinder immer pudelwohl und zu Hause gefühlt.“ Dazu hätten auch die von Heike Woltmann-Mehrens gegebenen Anstöße beigetragen: das offene Konzept, die Integration, die integrative Krippe und der Hort.

Als höchstrangige Vertreterin der Gemeinde war Verena Huppert erschienen, die im Rathaus auch für Kindergärten zuständig ist. Sie sagte: „Viele Spielführer wechseln nach ihrer aktiven Zeit ins Management oder werden Trainer.“

Gerhard Roos, Vater vieler Pflegekinder, fand auch etwas scheinbar Nachteiliges: „Du kannst nicht so schnell reden, wie du denkst.“

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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