BRAKE „Dieser graue Beton sieht richtig böse aus. So wollten wir das“, kommentiert Sina Adler die knapp zwei Tonnen schwere Betonfaust, die vor der BBZ-Bauhalle an diesem Vormittag aus ihrer Verschalung genommen wird. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt die Lehrerin am Braker Gymnasium. Die Betonfaust ist von Bootsbauern im zweiten Lehrjahr gegossen worden – und zwar aus der Gipsform, die Schüler des Gymnasiums im Mai gemeinsam mit dem Sandkruger Künstler Johannes Cernota hergestellt haben (die NWZ  berichtete).

Die Faust ist Teil des Braker „Friedensmonuments“, einer auf Anregung der Kreisjägerschaft Wesermarsch entstehenden Skulptur gegen Gewalt. Gymnasiasten des Seminarfachs „Stahl und Kunst“ unter Leitung von Sina Adler und ihrer Kollegin Tanja Pautsch setzen die Idee um – und bekommen tatkräftige Unterstützung von anderen Schülern und Betrieben in der Region.

So haben beispielsweise Schüler der Haupt- und Realschule Brake die Figuren aus Wachs angefertigt, die später symbolisch die Faust nach unten drücken sollen. In der Kunstgießerei von Hermann Büsching in Sandkrug werden in diesem Winter aus den Wachsvorlagen die mehr als 20 endgültigen Bronzefiguren angefertigt.

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In den kommenden Tagen wird der Platz vor dem Gymnasium, wo die Skulptur später stehen soll, hergerichtet. Auf dieses Fundament wird die etwa 1,30 Meter breite und 90 Zentimeter große Betonfaust gesetzt. Danach „verschwindet“ die angehende Skulptur in einem Holzhaus, damit unter angenehmen Temperaturen in den Wintermonaten die gegossenen Figuren aufgestellt werden können, erklärt Tanja Pautsch den weiteren Zeitplan.

Enthüllt wird das Friedensmonument am 11. März 2012, dem Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden (2009). Eine Delegation aus diesem Ort sowie eine Delegation aus Emsdetten, wo es im November 2006 zu einem Amoklauf kam, werden dazu erwartet, berichtet Pautsch.

Die Zusammenarbeit von Schülern verschiedener Schulformen sowie von Handwerksbetrieben freut Thomas Sturm, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, besonders: „Dadurch wird die Idee des Projekts immer weiter getragen und von vielen unterstützt.“

Der stellvertretende Bürgermeister Dragos Pancescu sieht angesichts der derzeit aufkeimenden Gefahr von rechts in der Skulptur ein „Mahnmal für die Demokratie“. Ein offenes Ohr für seine Mitschüler und Nachbarn zu haben, könne solchen Tendenzen entgegenwirken. „Das muss in den Köpfen passieren“, sagt Pancescu.

Rund 10 000 Euro fehlen noch zur Finanzierung des etwa 40 000 Euro teuren Friedensmonuments., berichtet Tanja Pautsch. Die Projektgruppe hofft auf Mittel des Landespräventionsrates und auf einen guten Erlös bei dem Benefizkonzert des Polizeimusikkorps Niedersachsen. Die musikalische Weltreise dieser „Big Band“ beginnt am Donnerstag, 8. Dezember, um 19 Uhr in der Christuskirche. Der Eintritt beträgt an der Abendkasse 12 Euro. Karten im Vorverkauf sind für 10 Euro im Rathaus, in der OLB-Filiale, der Tourist-Information an der Kaje und im Gymnasium erhältlich.

Torsten Wewer Kanalmanagement / Redakteur
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