NORDENHAM Warm und gemütlich ist es im Bewegungsraum des Einswarder Kinderhauses. Die Jungen und Mädchen sitzen mit angewinkelten Beinen gebannt auf ihren Kissen, als Svenja Faehse den Schokoladentee einschenkt. Wenig später pressen sie die Handflächen vor dem Gesicht zusammen. „Oooommm“, ertönt es in der kleinen Runde. „Tief und bewusst atmen, darauf kommt es an“, erklärt Svenja Faehse.

Die 34-Jährige leitet den Yoga-Kursus beim Kinderschutzbund. In zwei Gruppen nehmen etwa ein Dutzend Jungen und Mädchen daran teil. Sie sind zwischen vier und zwölf Jahre alt. Und sie sind mit großem Interesse dabei. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil Yoga so anders ist als alles andere, was die Kinder kennen.

„Ich möchte den Kindern die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen“, sagt Sonja Faehse. Ruhe und Entspannung – die 34-Jährige hat die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder gar nicht wissen, was das überhaupt ist. Nicht selten sind sie gefangen in einem Netz von Terminen zwischen Schule, Verein und Musikunterricht. Hinzu kommen Fernsehen und Computerspiele. Den Kindern eine Auszeit von der Reizüberflutung zu geben, dieses Ziel verfolgt Svenja Faehse mit ihrem Angebot. „Durch Yoga haben Kinder die Möglichkeit, sich immer wieder neu zu entdecken, den eigenen Körper besser wahrzunehmen. Yoga umfasst Körper, Seele und Geist als eine Einheit.“ Nach den Worten von Svenja Faehse wirken die Übungen harmonisierend, fördern das Selbstbewusstsein und steigern die Konzentrationsfähigkeit.

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An diesem Donnerstag steht die Yoga-Stunde unter dem Thema „Indianer“. Svenja Faehse zeichnet den Kindern Lisa, Charnaine, Hajrunnica, Chayenne und Mathes zunächst einmal eine Kriegsbemalung ins Gesicht. Mit ihren Rasseln tanzt die Gruppe zu Indianer-Musik um ein imaginäres Feuer. Jede Yoga-Stunde bietet auch Gelegenheit zum Austoben. Aber anschließend geht’s um Entspannung: Auf dem Rücken liegen, den Bauch fühlen, hören, wie das Herz schlägt.

Einige Yoga-Übungen beherrschen die Kinder bereits: den Löwen zum Beispiel. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Kinder wütend sind. Mathes, der fünfjährige Sohn der Übungsleiterin, macht ihn vor: Er hockt sich aufs Kissen, macht einen Buckel, kauert sich zusammen. Und dann explodiert er, wie ein Raubkatze, die aus dem Schlaf gerissen wird, und zeigt der Welt seine Krallen und seine Zähne, natürlich nicht ohne eine wütendes Fauchen. „Danach geht’s den Kindern besser“, sagt Svenja Faehse, und Mathes nickt bestätigend mit dem Kopf.

Zu dem Kontakt mit dem Kinderschutzbund ist es nach einer Schnupperstunde gekommen, die Svenja Faehse in der Buchhandlung „Kiekinnewelt“ von Tanja Ehmen gegeben hat. Anne Zöllner vom Kinderschutzbund gehörte zu den Teilnehmerinnen, und so entstand die Idee, ein solches Angebot im Einswarder Kinderhaus vorzuhalten. Svenja Faehse ist gelernte Rechtsanwaltsgehilfin. Sie hat einen zweiwöchigen Lehrgang zur Yoga-Übungsleiterin in Bad Meinberg absolviert.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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