Elsfleth In der Fachschule für Sozialpädagogik am Rittersweg herrscht an diesem Morgen eine eigenartig düstere Atmosphäre. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher sind in die Aula gebeten worden.

Bereits im Treppenhaus überträgt sich die seltsame Spannung auf die Gruppe. Man hört spitze Schreie, vor der Aula liegt der Flur in Dunkelheit, nur ein paar Kerzen flackern. Die Tür öffnet sich, in der ebenfalls finsteren Aula wabern Nebelschwaden, den Boden bedecken Herbstblätter und in kleinen Särgen liegen Bücher begraben.

„Willkommen auf dem Bücherfriedhof – seine Wächter sind erwacht. Ihr habt die Bücher schlecht behandelt, ihr habt euch dem Medienkonsum hingegeben, ihr habt dafür gesorgt, dass sie in Vergessenheit gerieten. Wir haben die Bücher verbannt, auf dass sie hier ihre letzte Ruhe fanden“, raunt eine schmale Gestalt in dunkler Kutte.

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Dass Bücher in Vergessenheit geraten, ist in diesem gruseligen Projekt allerdings das Letzte, was die angehenden Erzieherinnen und Erzieher mit ihrem „Bücherfriedhof“ bezwecken wollen. In der gesamten Projektwoche laufen in der BBS zwei unterschiedliche Lesungen zu jugendrelevanten und problemorientierten Themen wie Missbrauch und Gewalt, Fantasy, Mobbing und Diskriminierung, Alkohol, Drogen, Trauer, Tod, Liebe und Sexualität.

Zur Lesung in der Aula hat sich „Bücherwächterin“ Stefanie Müller an diesem Morgen das Jugendbuch der Kanadierin Diane Tullson „Wie im Rausch“ ausgewählt. In der Erzählung genießen Heranwachsende ihre Freundschaft und Freiheit, gemeinsam abhängen heißt für die Clique allerdings auch Alkoholkonsum ohne Grenzen. Nach der Lesung stellt die Gruppe an verschiedenen Ständen Literatur zu den behandelten Themen vor.

„Die Projekte unserer Abschlussklassen setzen sich stark mit der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen auseinander“, betont Klassenlehrerin Waltraut Möhlmann. „Für Erzieherinnen und Erzieher ist es wichtig, als Kontrast zu den anderen Medien Kinder an Bücher und an das Lesen heranzuführen. Auch aus diesem Grund hat der Deutschunterricht bei uns eine hohe Wertigkeit.“

Anna Mareike Mehrens, Mitglied der Organisationsgruppe, zeigt zum Abschluss, wo sich die „Untoten Bücherwächter“ und die Klassen vom Gruselstress erholen können: im Monster-Café.

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