SüRWüRDEN Vorausschauende Planungen der Schulträger seien notwendig, um angesichts rückläufiger Schülerzahlen zu Lösungen zu kommen, die weiter eine möglichst wohnortnahe schulische Bildung gewährleisten. Das haben Personalräte aus Schulen im Landkreis während einer Tagung in Sürwürden auf Einladung des Kreisvorstandes der GEW-Wesermarsch deutlich gemacht.

Vor allem kleinere Grundschulen sehen sich vor großen Schwierigkeiten angesichts zurückgehender Schülerzahlen. Vertreter von Schulen berichteten, dass zum Beispiel in Butjadingen ein Modell mit Außenstelle zur Diskussion stehe; an etlichen Standorten werden Kombiklassen geführt, also gemeinsamer Unterricht für die Jahrgänge eins/zwei und drei/vier.

Auch an einigen Haupt- und Realschulen laufe es in absehbarer Zeit auf einzügige Schulen hinaus. Diese könnten aber kein umfassendes Angebot in allen Fächern gewährleisten.

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Dieter Knutz, Mitglied des Schulbezirkspersonalrates, plädierte für eine zukunftsorientierte gemeinsame Beschulung aller Schülerinnen und Schüler bis Klasse 10. Wider alle Vernunft und pädagogische Erkenntnisse hielten die niedersächsischen Regierungsparteien aus rein ideologischen Gründen weiter an der Mehrgliedrigkeit des Schulsystems fest. „Die zusammengelegten Haupt- und Realschulen werden über kurz oder lang von denselben Pro-blemen eingeholt, die gegenwärtig die Schulform Hauptschule hat,“ prophezeite Dieter Knutz.

„Die unhaltbare Situation, dass in Niedersachsen bundesweit die wenigsten Schulpsychologen pro Schüler zur Verfügung stehen, wird leider nicht entscheidend verändert,“ kritisierte Knutz. Ziel des Kultusministeriums in Hannover sei das Vorhalten von lediglich 80 Stellen im Lande. Das bedeute ein Betreuungsverhältnis von einem Psychologen für 3 500 Schüler.

Positive Entlastung

Positiv wertete Dieter Knutz, dass für die von einer Flut von Verwaltungsaufgaben überlasteten Schulleitungen eine besondere Arbeitszeitverordnung vorbereitet, der frühkindlichen Erziehung ein größerer Stellenwert eingeräumt sowie ein neues Konzept für die Fortbildung der Lehrkräfte in Niedersachsen angestrebt werde.

Etwas unklar bleibe die Zukunft der Schulinspektion, hier sei die Rede davon, dass künftig der Schwerpunkt auf dem Unterricht liegen solle, so berichtete Knutz.

Für mehr Sozialpädagogen

Der Referent ging auch ein auf die Forderung des Landesrechnungshofes, wonach im Rahmen des Rückgangs der Schülerzahlen verstärkt Lehrerstellen eingespart werden sollen. Notwendig sei dagegen, den demographischen Wandel zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung zu nutzen, unterstrich Dieter Knutz. Dies gelte besonders auch für die Schaffung von mehr Stellen für Schulpsychologen und Sozialpädagogen an den Schulen.

Der Landesrechnungshof übersehe zudem, dass ab 2012 die Gymnasiallehrkräfte in die Phase der Rückgabe ihrer zwangsweise abgeleisteten Überstunden kämen und an allen anderen Schulen diejenigen, die vor zwei Jahren keinen Antrag auf sofortige Rückgabe der Stunden gestellt hätten. Das habe allein einen zusätzlichen Bedarf von immerhin 1200 Stellen zu Folge.

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