Nordenham Manch ein Schüler hat sich schon lange gefragt, was das wohl ist, dieser Turm an der Walther-Rathenau-Straße, an dem die Uhren immer falsch gehen. „Ich wusste nicht, dass es in Nordenham so etwas wie einen Ratssaal gibt. Ich dachte, das gibt es nur in größeren Städten“, sagt Celine Ortel. So wie ihr ging bis vor einigen Wochen noch vielen Schülern der Klasse 8a des Nordenhamer Gymnasiums.

Inzwischen wissen sie Bescheid. Mit ihrer Lehrerin für Politik und Wirtschaft, Jasmin Dollenberg, haben sie das Rathaus besucht. Die Achtklässler beschäftigen sich mit Kommunalpolitik. Und sie tun das mit einem Interesse, das mich überrascht, als ich sie im Unterricht besuche. Von wegen Politikverdrossenheit. Die Jugendlichen sind neugierig auf eine Welt, von der die meisten bis vor einigen Wochen noch nicht viel wussten.

Interessanter Besuch

Jörg Patzke, der Leiter des Amtes für Personal und Organisation, führte die Jugendlichen durch das Rathaus. Er zeigte ihnen unter anderem den Ratssaal, wo sich die Ratsmitglieder versammeln, um wichtige Entscheidungen für die Stadt zu treffen. Die Schüler erfuhren, wo welche Partei sitzt. Bürgermeister Carsten Seyfarth bekamen sie zwar nicht zu Gesicht, weil er gerade in einer wichtigen Besprechung war. Aber interessant war der Besuch allemal. Die Schüler erfuhren, mit welchen Themen sich Rat und Verwaltung zurzeit beschäftigen.

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Im Unterricht diskutiere ich mit den Schülern über den maroden Bahnhof. Was soll aus dem Gebäude werden? Ich bin überrascht, wie viele Finger in die Höhe schnellen. Joy Saathoff möchte dort am liebsten ein Shopping Center mit verschiedenen Cafés sehen. Celine Ortel kann sich das Bahnhofsgebäude gut als Hotel vorstellen. Anna-Lena Anton ist für ein Jugendzentrum. Leah Albers sagt: „Man kann da auch Wohnungen reinmachen.“ Rieke Wessels hat ein Kino mit großer Leinwand vor Augen. Lara Rößler findet, dass sich das Bahnhofsgebäude als Rathaus eignet. Das Stadtcafé könnte hier rein oder ein Zoo mit Aquarien. Und das sind nur einige von vielen Ideen, die die Schüler ins Spiel bringen. Warum das alles nicht so einfach ist, weiß Felix Wilkens. „Man muss einen Investor finden.“

Ich frage die Schüler, wofür sie sich einsetzen würden, wenn sie Bürgermeister von Nordenham wären. Und wieder gibt es kaum einen Schüler, der sich nicht meldet. Jan Kohrt zum Beispiel findet es traurig, dass in der Fußgängerzone so viele Läden leer stehen. Er würde versuchen, dass wieder mehr Leben in die Innenstadt kommt. Kjell Richter sagt: „Ich würde mich dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge Wohnungen bekommen.“ Smilla Lankenau sagt, dass sie die Bahnstrecke von Nordenham nach Blexen wieder in Betrieb nehmen würde.

Wahlkampf in den USA

Die Schüler sprudeln vor Ideen. Und sie haben nicht nur die Kommunalpolitik im Blick, wenn sie im Unterricht Zeitungssauschnitte ausschnippeln. Auch die große Weltpolitik weckt das Interesse der Jugendlichen. Zum Beispiel der Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten in den USA.

Von Politikverdrossenheit ist hier jedenfalls nichts zu spüren. Ich verabschiede mich gut gelaunt von den Schülern und habe große Hoffnung, dass die meisten von ihnen zur Wahl gehen, wenn sie das erste Mal abstimmen dürfen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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