Berne „Warum zahlen wir Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, viel weniger als jenen, denen wir unser Geld anvertrauen?“, steht auf einem der Plakate an der Info-Tafel vor dem Kindergarten in Berne. Hier bleiben, ebenso wie in der Einrichtung in Neuenkoop, am Donnerstag die Türen geschlossen.

Die Erzieherinnen haben sich dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi angeschlossen und nehmen am Warnstreik teil. Trotzdem lassen die Angestellten der Berner Kindertagesstätten die berufstätigen Eltern am Donnerstag nicht allein in der Sorge um die Betreuung ihrer Kinder. In der Kita in Ganspe ist eine Notdienstgruppe eingerichtet.

Weitere Anfahrtswege

Dieser ungewohnte Start in den Tag bereitet den Kindern in den meisten Fällen keine Probleme. Im Gegenteil: Manche genießen es, mal einen Vormittag lang in einer anderen Einrichtung zu spielen. Ben bedauert lediglich, dass heute sein Freund nicht in der Kita ist. Seine Mutter hat ihn aufgrund des Streiks der Erzieherinnen zu Hause behalten.

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Bei den Eltern stößt der Warnstreik überwiegend auf Verständnis – auch wenn sie teilweise etwas weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. Es sei alles gut angekündigt und organisiert, findet Cindy Fisch, deren Sohn Leon erst einmal in der neuen Umgebung auftauen muss. Normalerweise besucht er den Berner Kindergarten. Erzieherin Gisela Wuttke, die ihn in Ganspe in Empfang nimmt, kennt ihn aber bereits von dort.

„Ohne Streik ändert sich gar nichts“, empfindet Carola Steinke die Forderungen der Erzieherinnen als berechtigt. Gerne hätte die Gansper Mutter ihre beiden Töchter an diesem Tag zu Hause behalten, aber sie und ihr Mann sind berufstätig und froh über den Notdienst.

„Ich bin nicht gewerkschaftlich organisiert und habe im Gegensatz zu den jungen Erzieherinnen aufgrund meiner langen Dienstzeit noch höhere Bezüge. Deren Forderungen sind mehr als berechtigt, denn viele von ihnen können, trotz bester Ausbildung, nicht von ihrem Gehalt leben und sind auf Zweitjobs angewiesen“, erklärt Erzieherin Gisela Wuttke, die mit einer Berner, zwei Gansper Kolleginnen und mehreren Praktikantinnen die 16 Kindergarten- und zehn Krippenkinder betreut, die sich zum Notdienst angemeldet haben.

Einigung erhofft

Die Eltern waren im Vorfeld von dem Warnstreik informiert worden, ergänzt Astrid Feldmann. Die Erzieherin hofft, dass der Warnstreik seine Wirkung nicht verfehlt und es zu einer Einigung in der Gehaltsauseinandersetzung kommt. Dabei, betont sie, gehe es nicht nur ums Geld. „Die Bedingungen für die Kinderbetreuung insgesamt müssen stimmen.“

Der Streik in den Berner Kindergärten war bereits der zweite im aktuellen Tarifstreit. In Lemwerder blieben die Einrichtungen geöffnet.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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