Hartwarderwurp Gerade in der Wesermarsch gibt es viele Schlüsselpunkte für die Landschafts- und Siedlungsgeschichte. Das sagte Professor Dr. Karl-Ernst Behre vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in seinem Vortrag über die Geschichte der Landschaft rund um den Jadebusen.

In den Nachbau des Bronzezeithauses hatte der Förderverein am Freitagabend eingeladen und lieferte dazu gratis warme Decken und einen heißen Tee. Die Vorsitzende Evelin Ritter begrüßte einige Interessierte, die sich den ausführlichen und fundierten Vortrag des pensionierten Wissenschaftlers gerne anhörten.

In der stets durchfeuchteten Marsch hätten sich die Hölzer, Pflanzenreste, Textilien oder Leder bestens erhalten können, berichtete der 78-jährige Geologe, der seit 1962 in Wilhelmshaven arbeitet und von 1991 bis 2000 der Leiter des Instituts war. Dies sei ein großer Vorteil der Marsch gegenüber der Geest, wo derlei Hölzer schlicht zersetzt wurden.

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Erste Menschen kommen

Die erhaltenen Hölzer und ihre Bearbeitungsspuren ließen beispielsweise sehr gute Rückschlüsse auf die Art der Bebauung und Nutzung zu. Die ersten Spuren menschlicher Behausungen an der Nordseeküste wurden tatsächlich in Hartwarderwurp gefunden, die auf eine Besiedlung durch Bauern um 900 vor Christus in der frühen Bronzezeit zurückgehen.

In der Wesermarsch seien auch viele Wurten aus der zweiten Wurtenphase um 300 nach Christus gefunden worden, von denen einige untersucht wurden. In Butjadingen gab es einen inneren Uferrücken von Eckwarden bis Sillens, der nur etwa 100 Jahre bewohnt war. Der jüngere Uferrücken von Eckwarden bis Burhave wurde dann ab dem 3. Jahrhundert besiedelt.

Eine ausführliche Grabung machten die Archäologen an der Wurt in Niens, das im 8. Jahrhundert nach Christus zunächst von mehreren Bauernfamilien in Besitz genommen worden war. Erst mit dem Bau eines geschlossenen Deiches um Butjadingen im 13. Jahrhundert wanderten einige Sippen ins Umland ab, und schließlich blieb nur noch eine Familie übrig.

Bauern und Händler

Eine ganz andere Form der Besiedlung fand in Langwarden statt. Dieses Dorf wurde zunächst von Bauern besiedelt, bis ab dem 12. Jahrhundert ein florierender Handel herrschte und sich Gewerbe ansiedelte. Durch die Verbindung zum Wasser gab es Handelsbeziehungen bis nach England. Zunächst prägten zwei Kirchen das Dorf. Eine davon war die heute noch existierende St.-Laurentius-Kirche aus Tuffstein. Dieser besondere Stein wurde über das Meer angeliefert und kam aus dem Rheinland.

Langwarden war ein bekannter Marktort, der erst an Bedeutung verlor, als das Fedderwarder Siel im 15. Jahrhundert gebaut wurde.

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