Rodenkirchen Fußball-Metaphern sind nicht nur während der Europameisterschaften beliebt, dann aber besonders. Deshalb nahm Rektor Jürgen Janssen am Donnerstag mehrfach Bezug auf das große Turnier in Frankreich, als er in der Mensa der Oberschule Rodenkirchen die Hauptschüler verabschiedete.

„Ihr habt jetzt das Trainingscamp beendet“, sagte er und empfahl: „Spielt fair und passt auf eure Knochen auf, damit ihr nicht vom Platz getragen werdet.“

Sozusagen mit einem 6:6-Unentschieden verabschiedete sich die Berufsstarterklasse 9V, die drei Tage in der Woche Unterricht und zwei Tage Betriebspraktikum hatte. Diesmal haben nur sechs der zwölf Schüler aus der gesamten Wesermarsch einen Hauptschulabschluss erreicht; das ist der schlechteste Wert seit Einführung dieses Angebots 2006. Sechs Schüler gehen in eine Ausbildung, davon zwei in eine überbetriebliche. Einer bekommt ein Jahrespraktikum, das sich als Eintrittskarte für einen Ausbildungsplatz erweisen könnte.

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In der Klasse 9 H haben nur 10 der 25 Schüler einen Hauptschulabschluss erreicht, 7 bekommen einen Förderschul-Abschluss. Einige von ihnen werden in der zehnten Klasse weitermachen. Auch die früheren Klassenlehrer Christiane Walleit-Plaschke und Florian Brodde verabschiedeten sich von den Schülern.

Wünsche ernst nehmen

In der jetzigen zehnten Hauptschul-Klasse erreichten 8 der 19 Schüler den Hauptschulabschluss, sieben den Realschulabschluss und vier keinen Abschluss. „Jeder von euch in nun in seine eigene Zukunft entlassen“, sagte der Klassenlehrer Mathis Müller. Er riet seinen Schülern: „Nehmt eure eigenen Wünsche ernst und habt den Mut, Entscheidungen zu treffen.“

Der Rodenkircher Bürger Werner Hofmann zeichnete Liesa Ratjen aus der 9 H und Sören Nordbruch aus der 10 H als beste Schüler mit einem Geldpreis aus. Für ihr soziales Engagement ehrte er Larissa Wilksen aus der 10 H, die in der Pause Aufsicht geführt und bei Gelegenheit nicht einmal davor zurückgeschreckt hatte, Rektor Jürgen Janssen rauszuwerfen.

Unter den Realschülern zeichnete er Laura Sudmann aus der 10 aR als beste Schülerin aus. Für die höchste Leistungssteigerung ehrte er Lisa Marie Zimmermann, die nach einer wechselhaften Schulkarriere diesen Teil ihres Lebens mit einem grandiosen Zeugnis abschloss. Jeder müsse im Leben Rückschläge einstecken; dann brauche er einen Anschub, um sich wieder zu steigern, begründete Werner Hofmann seine Entscheidung.

Für ihr soziales Engagement zeichnete der Sponsor Timon Schneider und Laurent Dittmar aus der 10 bR aus. Beide hatten den afghanischen Flüchtling Hussein Galandari unter ihre Fittiche genommen – mit großem Erfolg. Hussein lernt „mit Lichtgeschwindigkeit“ Deutsch, wie seine Klassenlehrerin Hannelore Menke sagte, und er ist super in Mathematik, Englisch und einigen weiteren Fächern. Rektor Jürgen Janssen glaubt fest daran, dass Hussein seinen Vorsatz wahr machen kann, eines Tages das Abitur abzulegen.

Großzügig und hart

In der Klasse 10 aR freuen sich 9 der 21 Schüler über einen Erweiterten Realschulabschluss, der ihnen den Weg zum Abitur ebnet. 10 Schüler haben den Realschulabschluss, 2 einen Hauptschulabschluss. Klassenlehrerin Elke Mathiszig erinnerte daran, dass ihre Schüler die Schule zur „Umweltschule in Europa“ gemacht hatten. Laura Sudmann stellte ihrer Lehrerin ein Zeugnis aus: „Frau Mathiszig ist sehr großzügig, denn sie hat uns oft ein Frühstück ausgegeben, aber sie ist auch sehr hart, denn sie hat uns vor der Prüfung vier Stunden Mathematik am Tag üben lassen.“

Von den 21 Schülern der 10 bR erreichten jeweils 10 den Erweiterten Realschulabschluss und den Realschulabschluss, einer den Hauptschulabschluss. Die Schüler stellten ihrer Klassenlehrerin Hannelore Menke auch ein Zeugnis aus: Für Sympathie und Empathie bekam sie jeweils eine glatte Fünf. Aber die erfahrene Lehrerin hatte ihre Schüler auch diesmal durchschaut: Sie hatten die Noten nach dem russischen System vergeben, und da ist eine Fünf eine Zwei.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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