Nordenham Kann die Schule ein Zuhause sein? Für Helmut Frerichs auf jeden Fall. Sogar lebenslang. Der Pädagoge und Politiker hat sich zwar längst aus dem Lehrerdienst verabschiedet, aber seine Leidenschaft für jedes Thema, das irgendwie mit Bildung und Erziehung zu tun hat, brennt immer noch lichterloh. „Schule ist eindeutig der Mittelpunkt meines Lebens“, sagt er. Das gilt für alle Schulen, aber für eine ganz besonders: das Gymnasium Nordenham, das er von 1982 bis 1990 geleitet hat. Die enge Verbundenheit spiegelt sich darin wider, dass Helmut Frerichs sich ganz bewusst entschieden hat, dort an diesem Freitag mit dem Kollegium eine Tasse Kaffee zu trinken. Anlass ist nichts Geringeres als sein 80. Geburtstag. Den feiert er sozusagen zu Hause.

Helmut Frerichs ist ein luppenreiner Wesermärschler und spricht genauso gut platt- wie hochdeutsch. Auf Platt kommt sein Lebensmotto besonders charmant zur Geltung: „Schnacken hülpt jümmers“ , sagt er. Sein herausragendes Talent, Menschen an einen Tisch zu bringen, in Krisen zu vermitteln und das offene Gespräch zu führen, hat ihn nicht nur als Pädagogen, sondern auch als Politiker zu einem gefragten Mann werden lassen.

Helmut Frerichs kam 1935 in Kötermoor zur Welt, wo seine Eltern einen Bauernhof betrieben. Später zog die Familie auf einen Hof in Frieschenmoor, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. In Frieschenmoor besuchte Helmut Frerichs auch die Volksschule, bevor er zum Gymnasium nach Brake wechselte und dort sein Abitur machte.

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Als Sportler war er im TV Neustadt aktiv und gewann mit dem Verein 1953 sogar den Titel des Niedersachsenmeisters im Scheuderball.

Da der Landwirtsberuf trotz der familiären Vorbelastung nie ein ernstes Thema für ihn war, absolvierte Helmut Frerichs ein Lehramtsstudium in den Fächern Mathematik, Physik und Pädagogik/Philosophie. Nach ersten Uni-Stationen in Göttingen und Gießen schloss er sein Studium 1962 an der Technischen Universität in Braunschweig ab.

1962 heiratete Helmut Frerichs auch seine Frau Gerlinde, mit der er die Söhne Heiko und Stefan bekam. Seit 1987 ist das Ehepaar geschieden.

In Braunschweig arbeitete Helmut Frerichs noch drei Jahre als wissenschaftlicher Assistent am Mathematik-Institut. Danach absolvierte er in Wilhelmshaven sein Referendariat und meisterte 1967 die Pädagogik-Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen.

Als Studienassessor kam Helmut Frerichs 1968 zum Gymnasium Nordenham. 14 Jahre später stieg er zum Direktor auf und erhielt dabei als SPD-Mann auch Unterstützung aus dem CDU-Lager. In seine Zeit als Schulleiter fielen Ereignisse wie die Friedenstage 1983 und die Giftgastransporte über den Nordenhamer Hafen 1990.

Helmut Frerichs übertreibt nicht, wenn er rückblickend feststellt, in den acht Jahren „einiges bewegt“ zu haben. Bei den Lehrern und Schülern war er gleichermaßen beliebt. Entsprechend hielt sich am Gymnasium die Begeisterung in Grenzen, als Helmut Frerichs 1990 dem Ruf des Kultusministeriums folgte und zur Bezirksregierung in Braunschweig wechselte. Zunächst war er dort als Leitender Regierungsschuldirektor für Gymnasien tätig. 1992 wurde er erneut befördert: zum Direktor der Abteilung für Schulen, Kultur, Kirchen. Sport und Denkmalpflege mit 82 Dezernaten und 125 Sachbearbeitern. Diesen Schritt hat er nie bereut, im Gegenteil: „Das war eine sehr schöne Zeit.“ 1998 wurde Helmut Frerichs pensioniert; 2000 kehrte er nach Nordenham zurück.

Seine Begeisterung für Willy Brandt veranlasste ihn 1971, der SPD beizutreten. Von 1972 bis 1975 gehörte Helmut Frerichs dem Nordenhamer Stadtrat an und übte von 1974 bis 1975 das Amt des Stellvertretenden Bürgermeisters aus.

Neben Pädagogik und Politik ist der Rotary Club für Helmut Frerichs eine Herzensangelegenheit. In dem Serviceclub, der sich auf vielfältige Weise sozial engagiert, ist er seit 1978 Mitglied.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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