Nordenham Für den Ernstfall vorbereitet sein, schnell Erste Hilfe leisten können: Das lernen Schüler im Sanitätsdienst. Auch am Gymnasium Nordenham sowie an der Luisenhofschule entscheiden sich regelmäßig Jugendliche, diese ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben. Nun gibt es eine Kooperation der beiden Schulen, unterstützt von der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Ehrenamtlich aktiv

In regelmäßig stattfindenden Fortbildungen werden medizinische Notfälle simuliert, wobei das gemeinsame Üben und der Austausch im Vordergrund stehen. Initiiert wurde das Ganze von Meike Wassmann. Sie ist am Gymnasium Nordenham für die Betreuung der Schulsanitäter zuständig. „Insgesamt 22 freiwillige Sanitäter sind bei uns an der Schule im Einsatz“, sagt die Pädagogin und gelernte Arzthelferin. „Zwar werden uns dieses Jahr sechs Abiturienten verlassen aber ungefähr genauso viele Neuanwärter kommen auch wieder dazu“, berichtet sie.

Die 16-jährige Vivian ist seit 2013 Schulsanitäterin. „Ich wollte schon immer etwas mit Menschen machen“, sagt die Schülerin. „Tatsächlich ist es so, dass viele Schulabgänger dem Sanitätsdienst treu bleiben“, weiß Meike Wassmann, „einige Abiturienten schlagen dann auch eine medizinische Laufbahn ein.“

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„Meine Mutter ist Krankenschwester und da lag es für mich nahe, auch etwas in der Richtung zu machen“, erklärt der 15-jährige Lars Grüneisen. Er ist seit vier Jahren Schulsanitäter. „Eigentlich passiert hier jeden Tag etwas“, berichtet seine Mitschülerin Vivian Wolany. „Ja, erst gestern haben sich ein Unter- und ein Oberstufenschüler geprügelt“, bestätigt Lars Grüneisen, „der Unterstufenschüler hatte danach Atemprobleme und Kopfschmerzen.“

In der gemeinsamen Fortbildung, die einmal im Quartal stattfindet, lernen die jungen Sanitäter Grundlagen wie Lebensrettende Maßnahmen, Blutdruck- und Blutzucker messen sowie die Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer computergesteuerten Puppe.

Gute Bedingungen

„Das sind natürlich ideale Voraussetzungen, die uns von der Johanniter-Unfall-Hilfe zur Verfügung gestellt werden“, so Meike Wassmann. Es werden außerdem Ernstfälle simuliert – sogenannte Große Fallbeispiele.. „Beim letzten Mal hatten wir einen Autounfall mit vier Verletzten, darunter ein Rollerfahrer“, erzählt Lars Grüneisen. Die Schüler mussten dabei abwechselnd in die Rolle der Unfallopfer und der Ersthelfer schlüpfen. „Das haben wir im Losverfahren entschieden“, so Heike Wassmann.

Sie ist froh über die Kooperation. „So können sich die Schüler austauschen und lernen, mit ungewohnten Gegebenheiten vor Ort umzugehen.“

Ihr Können und Wissen können die Schüler dann auf landesweiten Wettbewerben unter Beweis stellen. „Im nächsten Jahr möchten wir gern wieder an einem Wettkampf teilnehmen“, verrät Meike Wassmann. „Die Veranstaltung in Bremen heißt ,Hand aufs Herz’. Dort sind wir in diesem Jahr zunächst einmal als Zuschauer zu Gast.“

Zum Schulabschluss bekommen die jungen Sanitäter eine Urkunde überreicht. „Es ist wichtig, dass diese freiwillige Arbeit der jungen Menschen wertgeschätzt wird“, meint Heike Wassmann.

Hilfe für Mitschüler

„Sie helfen fast jeden Tag in der Schule ihren Mitschülern bei kleinen und großen medizinischen Problemen. Umso besser ist es, dass sie sich nun auch mit Schülern anderer Schulen austauschen können“, so die Pädagogin.

Die nächste Fortbildung findet dann wieder in ein paar Wochen statt. „Dann werden wir eventuell auch Unfälle im Chemieunterricht simulieren. Dazu haben wir auch immer spezielle Schminke dabei, mit deren Hilfe Verletzungen täuschend echt aussehen“, sagt Heike Wassmann.

Julia Zube Volontärin / NWZ-Redaktion
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