Rodenkirchen Es ist ein Bild wie aus den Anfängen einer Demokratie: Vor dem Wahllokal stehen die Wähler Schlange. Tatsächlich dürfen sie alle zum ersten Mal ihre Stimme abgeben: Die Klasse 9 aH der Oberschule Rodenkirchen nimmt an der NWZ -Aktion „Schüler wählen“ teil – so wie insgesamt gut 200 Acht- bis Zehntklässler der Schule.

Was sie wählen, behalten viele für sich; es gilt das Wahlgeheimnis. „Ich komme aus der Landwirtschaft und wähle eine Partei, die den Bauern nicht noch weitere Belastungen zumutet“, sagt der 16-jährige Hendrik Ostendorf aus Abbehausergroden. Welche Partei das ist, behält er aber für sich.

In der Aula im Altbau der Realschule ist ein zweites Wahllokal eingerichtet. Vier Zehntklässlerinnen bilden hier den Wahlvorstand: Leandra Steinborn, Clarissa Tangermann (beide 16), Kenga Morawska (17) und Alica Ullrich (15). Die meisten von ihnen kreuzen bei der Schülerwahl Parteien an, die für eine bessere soziale Absicherung eintreten. Clarissa bevorzugt die SPD, weil sie für die Abschaffung der Studiengebühren eintritt. „Ich finde die Forderung nach einem Mindestlohn sehr gerecht“, sagt Leandra und wählt deshalb auch die SPD. Alica neigt aus diesem Grund eher zur Linkspartei. Kenga will den Einsatz der Grünen für die Umwelt mit ihrer Stimme belohnen.

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Ist das alles nur eine Trockenübung in Demokratie, oder kann die Schülerwahl wirklich etwas bewirken? Klaus Kretschmer, Fachkonferenzleiter Geschichte und Soziale Weltkunde (GSW), glaubt, dass das Ergebnis der Schülerwahl, das die NWZ am 16. September auf einer Sonderseite veröffentlicht, auch ein Signal an die Erwachsenen sein wird: „Unsere Schüler sind die Zukunft der Demokratie.“

Einige von ihnen sind auch schon die Gegenwart der Demokratie, denn alle, die 16 sind, dürfen am 22. September den neuen Landrat der Wesermarsch wählen.  Doch das hat im Unterricht bisher keine Rolle gespielt.

Dafür die Bundestagswahl umso mehr. Drei Stunden GSW haben die Acht- bis Zehntklässler pro Woche – eigentlich zu wenig, wie Klaus Kretschmer findet, der die Schülerwahl vorbereitet hat. Aber seine Zehntklässler haben sich in dieser Zeit in Gruppen die Parteiprogramme erarbeitet und sie in Podiumsdiskussionen auch vertreten. Ob die Schüler dann aber wirklich an der Schülerwahl teilnehmen, sei ihre eigene Entscheidung – so wie bei jedem Wahlberechtigten am 22. September auch.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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