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Nordenham Nun ist es offiziell: Zur Eindämmung des Coronavirus findet an allen öffentlichen allgemein- und berufsbildenden Schulen ab Montag kein Unterricht mehr statt. Die Schulen bleiben voraussichtlich bis zum 18. April geschlossen. „Die Maßnahmen sind weitreichend und einschneidend. Aber sie sind notwendig“, ließ der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Freitag verlauten.

„Kinder und Jugendliche können Überträger sein und das Virus in ihre Familien bringen. Das kann sehr gefährlich sein, insbesondere für ältere Menschen, Großeltern, Bekannte, Verwandte. Aber auch Kinder können erkranken. Um die Infektionen zu verlangsamen, müssen wir den Verbreitungsweg über Schulen und Kitas ausbremsen“, sagt der Minister weiter.

Letzter Hochbetrieb

Am Freitag herrschte vor allem bei den Schulleitungen Hochbetrieb, um Notfallpläne für die kommenden Wochen zu erstellen. An allen Schulen gilt auch ab Montag für die Lehrkräfte eine Anwesenheitspflicht. Für Kinder bis einschließlich Jahrgang 8, deren Eltern in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justizvollzug, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge tätig sind, wird in den Schulen eine Notbetreuung von 8 bis 13 Uhr angeboten.

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Gesine Skupin, Schulleiterin der Grundschule Süd, war nicht überrascht über die Ankündigung der Schulschließung, sagt sie. Die Lehrer an der Grundschule Süd hatten Materialien für die Schüler vorbereitet, die diese am Freitag mit nach Hause nahmen.

Das Problem sei, dass es für einen Fall wie diesen keinerlei Erfahrungen gebe, sagt Gesine Skupin. „Es gibt keinen Plan B oder Plan C, auf den wir jetzt zurückgreifen könnten. Wir können nur nach dem handeln, was aktuell Stand der Dinge ist“, sagt sie.

Auch in der Grundschule Abbehausen hatten Schulleiter Helge Plöger und seine Kollegen alle Hände voll zu tun – unter anderem ging es darum, die Notbetreuung auf die Beine zu stellen. Nach den Worten von Helge Plöger hat etwa die Hälfte der Kollegen selbst Kinder. Aufgaben für die unterrichtsfreie Zeit haben die Lehrer den Schülern nicht mitgegeben, wohl aber die Empfehlung, die Zeit auch zum Lernen zu nutzen.

Die Schulleitung des Gymnasiums hat ab Montag eine jahrgangsübergreifende Betreuung vorbereitet. „Es ist schwer zu kalkulieren, wie viele Schüler kommen werden“, sagt der stellvertretende Schulleiter Dr. Sebastian Wegener. „Bei dem durch den Sturm vor einigen Wochen bedingten Unterrichtsausfall hat es sich gezeigt, dass weitaus weniger Schüler in die Betreuung gekommen sind als gedacht“, sagt er. Je nachdem wie viele Schüler am Montag kommen, werde das Konzept noch einmal angepasst.

Vernünftige Maßnahme

Am Freitag wurden die Gymnasiasten darüber informiert, dass die Fachlehrer in den nächsten Tagen Unterrichtsmaterialien über den Schulserver IServ bereitstellen, die sie selbstständig bearbeiten sollen, sagt Sebastian Wegener. Grundsätzlich befürwortet der stellvertretende Schulleiter die Schulschließung. Rund 850 Schüler besuchen das Gymnasium, hinzu kommen fast 90 Lehrer. „So kommen wir auf über 900 Personen und liegen damit nur knapp unter der Größenordnung von Veranstaltungen, die abgesagt werden sollen“, sagt Sebastian Wegener. Die Verbreitung des Virus sei gefährlich. Deshalb gehe es vor allem darum, sich klar zu machen, wie viele der Schüler und Lehrer Angehörige haben, die gefährdet sind. „Deshalb finde ich es eine vernünftige Maßnahme“, sagt der Stellvertretende Schulleiter.

Das sieht auch Rainer Janssen, Schulleiter der Oberschule am Luisenhof, ähnlich. Er hält die Maßnahmen für sinnvoll. „Vor allem im Zusammenhang mit allen anderen Maßnahmen, die bereits gelaufen sind. Wenn überall Großveranstaltungen abgesagt werden, ist es wenig sinnvoll, wenn an den Schulen weiterhin 700 bis 1000 Menschen zusammenkommen“, sagt er.

Die Schüler sind auch an der Oberschule am Luisenhof dazu angehalten, sich regelmäßig über den Schulserver zu informieren, ob dort Materialien und Arbeitsanweisungen eingestellt wurden.

Zwar überwog am Freitag bei vielen Schülern der Oberschule die Freude über die verfrühten Ferien. „Doch viele der Kinder haben auch schnell registriert, dass dann die Zeit bis zu den Arbeiten knapp wird“, sagt der Schulleiter. Das Schlimmste für die Schüler sei jedoch die Absage der Klassenfahrten. „Es sind jetzt alle Fahrten gestrichen. Besonders schlimm ist das natürlich für die Abschlussklassen“, bedauert der Schulleiter.

Infektionsketten trennen

„Was muss, das muss“, sagt Tanja Buse, Leiterin der Oberschule 1. Ziel sei es, die Infektionsketten zu trennen. Schulen seien nun einmal Sammeleinrichtungen. „Wir haben volle Klassen, die Schüler begegnen sich auf den Schulfluren. Wenn man bedenkt, dass 80 Prozent der Erregerträger gar nicht merken, dass sie infiziert sind, ist eine Schulschließung tatsächlich sinnvoll“, sagt Tanja Buse.

Auch an der Oberschule 1 werden die Schüler über den Schulserver mit Materialien und Informationen versorgt. Eine Notbetreuung für Kinder von Eltern der genannten Berufsgruppen findet auch hier statt. Laut Kultusministerium ist die Betreuung in Kleingruppen von bis zu 15 Kindern vorgesehen, sagt Tanja Buse. „Wir gehen noch einen Schritt weiter. Bei uns werden die Gruppen nicht größer als acht Kinder sein“, sagt sie.


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Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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