Nordenham Der Alarm, der am Dienstagmorgen im Nordenhamer Gymnasium losging, hatte nichts mit der Personalsituation an der Schule zu tun. Bei einer Evakuierungsübung mussten alle Schüler und Lehrer die Gebäude verlassen. Fünf Minuten hatten sie dafür Zeit. Und nach den Worten des Brandschutzbeauftragten Albert Bojunga klappte die Evakuierung sehr gut.

Ansonsten gibt es für Dr. Sebastian Wegener keinen Grund, Alarm zu schlagen. Nach den Worten des kommissarischen Schulleiters könnte die Personalsituation zu Beginn des neuen Schuljahrs besser sein. Aber die knappe Besetzung hat sogar einen Vorteil. Während an vielen Gymnasien in Niedersachsen gestöhnt wird, weil Lehrkräfte abgeordnet werden, um an anderen Schulen auszuhelfen, bleibt das Nordenhamer Gymnasium von dieser ungeliebten Maßnahme verschont.

Kleiner Kader

Dennoch geht es dem kommissarischen Schulleiter nicht viel anders als dem Trainer seiner Lieblingsfußballmannschaft Werder Bremen. Er muss mit einem relativ kleinen Kader zurechtkommen. Rund 70 Lehrer unterrichten am Gymnasium. Während in der Bundesliga die Transferperiode noch bis Ende des Monats läuft, ist sie am Gymnasium abgeschlossen. Den acht Abgängen – dabei handelt es sich jeweils zur Hälfte um Pensionierungen und familiär bedingte Versetzungen – stehen lediglich fünf Neuzugänge gegenüber.

Das Gymnasium verlassen haben Karl-Friedrich Lashlee, Dieter Morgenroth, Susanne Morgenroth, Manuela Stender, Johannes Hoffmann, Verena Kühn, Sophie Papendorf und Jutta Volmer. Zurzeit fehlen dem Gymnasium darüber hinaus vier Lehrkräfte, die sich in Elternzeit befinden.

Neu eingestellt wurden dafür Sabrina Bercha, Manuela Francksen, Julia Janßen, Franziska Weiss und Axel Köpsel. Außerdem absolvieren zurzeit vier angehende Lehrer ihr Referendariat am Gymnasium: Martin Hammer, Kerstin Hoffmann, Anne Sieverding und Timo Stuntebeck.

Klassen zusammengelegt

Sebastian Wegener macht kein Geheimnis daraus, dass die Unterrichtsversorgung weit unter dem Zielwert der Landesregierung liegt. „Deshalb waren wir gezwungen, zahlreiche Klassen und Kurse zusammenzulegen oder zu streichen, um den Pflichtunterricht gewährleisten zu können.“ Die Schüler müssen also etwas dichter zusammenrücken.

Entschärft wird die Situation durch den Rückgang der Schülerzahlen. Von der 1000-Schüler-Marke ist das Gymnasium im Moment weit entfernt. Zurzeit besuchen rund 850 Schüler das Gymnasium. Deshalb ist nur noch der sechste Jahrgang fünfzügig. Alle anderen Jahrgänge von Klasse fünf bis Klasse zehn laufen vierzügig. Das wirkt sich auf die Klassengrößen aus. Im sechsten Jahrgang liegt die Klassengröße durchschnittlich bei 20,8 Schülern. Im fünften Jahrgang ist sie mit 30 Schülern am höchsten.

Sebastian Wegener hofft, dass er am Gymnasium möglichst bald wieder ins zweite Glied zurücktreten kann. Die Schule steht nach der Pensionierung von Klaus-Dieter Laske immer noch ohne Chef da. Sebastian Wegener geht davon aus, dass der neue Schulleiter nach den Herbstferien anfängt.   Er freut sich, dass das Kollegium die „kopflose Zeit“ bisher so gut gemeistert hat und dankt in diesem Zusammenhang auch dem Schulelternrat.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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