Nordenham Kurz lässt es sich wohl am besten so zusammenfassen: Es gibt noch einiges zu tun in Sachen Digitalisierung an der Oberschule 1 in Nordenham. Und dies trifft wohl auch auf jede andere Schule in der Wesermarsch zu. Um sich über den Stand der Dinge an der Schule zu informieren und vor allem um die Bereiche, in denen der größte Handlungsbedarf besteht „mit nach Berlin“ zu nehmen, war CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen am Mittwoch in die Schule an der Pestalozzistraße gekommen.

Dabei wurde deutlich: An der Motivation fehlt es nicht. Doch die Umsetzung, die Schule mit den nötigen Voraussetzungen und digitalen Hilfsmitteln auszustatten, gestaltet sich schwierig. Die Oberschule hat zwei Computerräume. „Aber bei unseren Schülerzahlen ist das noch zu wenig“, sagt Lehrerin Astrid Deters, die gleichzeitig Systemadministratorin der Schule ist. „Selbst wenn man Ideen hat, wenn die Computerräume ausgebucht sind, muss man den Unterricht doch wieder anders gestalten“, sagt sie. „Die Sitze in unseren beiden Computerräumen werden nicht kalt“, fügt der kommissarische Schulleiter Ingo Voss hinzu. Zwar hat die Schule auch einen Satz Tablets, die im Unterricht genutzt werden können, doch „irgendwann bricht dann das W-Lan zusammen“, schildert Ingo Voss die alltäglichen Probleme.

Um große Medienprojekte anzuschieben fehle außerdem das Personal, sagt er. Das sei ein Problem der gesamten nördlichen Wesermarsch, bestätigt Matthias Bühnemann vom Landkreis Wesermarsch. Ausgeschriebene Lehrerstellen können hier nur schwer besetzt werden.

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Gerade deshalb sei es so wichtig, strukturschwache Landkreise zu unterstützen, meint Ingo Voss. „Die Versorgung ist erbärmlich und die Kollegen werden auf dem Zahnfleisch laufen gelassen“, bringt es Ines Locker-Wolf, die 2. Konrektorin der OBS auf den Punkt. Inzwischen beinhalte jedes Schulbuch weiterführende Informationen, Links oder Aufgaben für das Internet, berichtet Lehrer Torsten Lange.

Als Schulträger kämpft aber auch der Landkreis mit verschiedenen Problemen. „Wir müssen erstmal klären, was es bedeutet, einen Komplex flächendeckend mit W-Lan auszustatten.“ Dafür fehle auch dem Landkreis das nötige Know How, für das er nun Fachpersonal von außen einkaufen müsse. „Und das kostet Zeit und Geld“, sagt Matthias Bühnemann. Was für Kabel müssen verlegt werden, wie stark müssen die sein? Welche Endgeräte sind sinnvoll, bei unseren begrenzten Mitteln“, zählt er einige Fragen auf und kommt gleichzeitig auf ein weiteres wesentliches Problem zu sprechen: die Finanzierung. Die Voraussetzungen können wahrscheinlich aus Fördermitteln finanziert werden, doch auch wenn die Leitungen erstmal liegen, müssen auch die laufenden Kosten bezahlt werden, gibt Matthias Bühnemann zu bedenken.

Aus dem Gespräch mit den Lehrern nimmt Astrid Grotelüschen viele Anregungen mit. Gleichzeitig versichert sie, dass mit dem Digitalpakt Niedersachsen ein Grundstein gelegt werde. Es solle Geld für den Glasfaserausbau zur Verfügung gestellt werden und Antragsverfahren für Fördergelder vereinfacht werden, sagt Astrid Grotelüschen. Die Digitalisierung ist ein großes Thema in Niedersachsen. „Wir müssen hier den Turbo einschalten. Wir haben einiges auf den Weg gebracht, aber wir sind bei weitem noch nicht da, wo wir sein wollen“, sagt Astrid Grotelüschen.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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