Nordenham /Dhamili Atemberaubende Berglandschaften, eine faszinierende Tierwelt und äußerst gastfreundliche Menschen. Es gibt viele gute Gründe für eine Reise nach Nepal. Was manche Touristen aber ausblenden, das sind die sozialen Konflikte und die große Armut in dem asiatischen Land. Die Nordenhamerin Heike Stahl-Krippner war sich dieser Probleme bewusst, als sie sich entschloss, ihren langgehegten Traum von einem Trip in den Himalaya zu erfüllen. Die 55-Jährige nutzte ihren Aufenthalt in Nepal, um sich in einer entlegenen Region über ein Kinderhilfsprojekt der Organisation Back to Life zu informieren. Bei dem Besuch einer mit Spenden finanzierten Dorfschule in Dhamili war ihr sofort klar, dass sie die Arbeit des gemeinnützigen Vereins unterstützen will. Jetzt hofft die Apothekerin auf zahlreiche Mitstreiter in Nordenham und Umgebung. Ziel ist, in ärmlichen Gebieten Nepals die Bildung zu fördern und damit Kindern die Chance auf ein besseres Leben zu geben. „Es wäre zum Beispiel toll, wenn Nordenhamer Schulen eine Patenschaft übernehmen könnten“, sagt sie.

1996 gegründet

Die in Bad Homburg ansässige Hilfsorganisation Back to Life hat sich von 1996 bis 2017 in Indien für die Versorgung von Leprakranken und die Bildungsförderung von Straßenkindern eingesetzt. Seit 2009 engagiert sich der Verein in Nepal. Dort baut Back to Life Schulen und Geburtsstationen. Zudem sollen verschiedene Hilfsprogramme dazu beitragen, die Lebensumstände notleidender Menschen zu verbessern.

Die Gründerin und das Gesicht von Back to Life ist Stella Deetjen (Jahrgang 1970). Die gebürtige Frankfurterin war Anfang der 1990er-Jahre mehrere Monate mit dem Rucksack durch Indien gereist und dabei in Varanasi auf das Schicksal bettelnder Leprakranker aufmerksam geworden. Diese Erfahrungen veranlassten sie, die Hilfsorganisation ins Leben zu rufen.

Insgesamt erreicht Back to Life nach eigenen Angaben mit seinen Hilfsprogrammen in Nepal inzwischen 45 000 Menschen. Vor Ort begleiten Projektleiter und Partner die Hilfsaktionen. Ziel ist, die Bevölkerung nach und nach in die Selbstbestimmung zu führen.

Im Süden Nepals unterstützt der Verein in der Region Chitwan die Nachfahren des Naturvolkes Chepang. Sie wurden aus ihrem früheren Lebensraum im Dschungel verdrängt und auf den bewaldeten Hügeln Chitwans sesshaft gemacht. Viele von ihnen wohnen in großer Armut in einfachen Holzhütten ohne Strom.

    www.back-to-life.org

Die von Back to Life praktizierte Hilfe zur Selbsthilfe ist aus Sicht der Nordenhamerin vor allem deswegen so wichtig, weil der Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit gelegt wird. Was Heike Stahl-Krippner darüber hinaus für sehr lobenswert hält, ist der Anspruch, bei den Projekten auch den Umweltgedanken zu berücksichtigen. „Nepal versinkt im Müll“, hat sie festgestellt. Zudem begrüßt die Nordenhamerin es, dass gesundheitliche Betreuung und Hygieneberatung ebenfalls Bestandteile der Vereinsarbeit vor Ort sind.

Zu fünft nach Nepal

Die Reise in das zwischen Indien und China gelegene Land hatte Heike Stahl-Krippner gemeinsam mit Sohn Leonard (26) und dessen Verlobter Mareike Suhr (25) sowie mit Tochter Phyllis (20) und deren Freund Bjarne Böger (21) angetreten. Den Abstecher nach Dhamili in der Provinz Chitwan unternahmen die drei Frauen ohne ihre Begleiter.

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Die Idee, die Nepal-Reise mit einem Besuch in einem Projektdorf von Back to Life zu verbinden, stammte von Mareike Suhr. Die Ellwürderin, die ebenso wie Phyllis Krippner in Oldenburg ein Lehramtsstudium absolviert, hatte einen TV-Beitrag über die Hilfsorganisation gesehen. Ihre angehende Schwiegermutter Heike Stahl-Krippner nahm den Kontakt zu der Vereinsgeschäftsstelle in Bad Homburg auf, die kurzerhand den Ortstermin in Dhamili vermittelte.

Ein Jeep holte die drei Frauen am Hotel ab. Von dort ging es durch die Berge auf einer abenteuerlichen Strecke zu dem Dorf. Bei der Ankunft waren die Gäste aus Deutschland schwer beeindruckt von der überaus freundlichen Begrüßung und der Dankbarkeit. „Das war ein ganz herzlicher Empfang“, erzählt Heike Stahl-Krippner, „die Kinder brachten uns Blumen.“

Bei der Besichtigung der Lehranstalt erfuhren die Besucherinnen eine Menge über die Lebenssituation und die Bedürftigkeit der Menschen in dem verarmten Landstrich. Zudem bekamen sie einen direkten Einblick in den Schulalltag und erlebten den Unterricht mit. Die Begeisterung, mit der nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrer bei der Sache waren, blieb haften.

Die neu errichtete, gut ausgestattete Grundschule in Dhamili hat Back to Life finanziert. Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 lernen dort das Lesen und Schreiben. Zuvor waren sie in einer baufälligen Wellblechhütte untergebracht. Die Organisation bezahlt zum Teil auch die Lehrergehälter. Ein Kindergarten befindet sich ebenfalls in dem Neubau.

Bis Ende 2018 hatte Back to Life in Nepal 27 Schulen mit insgesamt 84 Klassenräumen bauen lassen. In diesem Jahr kommen weitere fünf Schulen hinzu.

Tolle Projekte

„Das sind tolle Projekte“, lobt Heike Stahl-Krippner den Verein. Daher hat sich entschlossen, eine Schulpatenschaft zu übernehmen. Auch Tochter Phyllis und ihre angehende Schwiegertochter Mareike wollen Back to Life unterstützen. Wer sich ihnen anschließen will, kann sich unter Telefon  04731/1500 oder per E-Mail unter der Adresse hkrippner3@aol.com bei Heike Stahl-Krippner melden.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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