Nordenham Wer an Werder Bremen denkt, dem kommen Tore von Claudio Pizarro in den Sinn, Glanzparaden von Jiri Pavlenka oder ein grün-weißes Fahnenmeer im Weserstadion. Der Verein aus der Hansestadt ist aber mehr als sein Aushängeschild. Jenseits des Profifußballs engagiert er sich an der Basis. Davon profitieren jetzt auch zwei Nordenhamer Schulen. Das Gymnasium und die Oberschule I haben mit Beginn des Schuljahres eine Fußball-AG gestartet. Zu verdanken haben sie das einer Kooperation mit Werder Bremen.

Es ist Freitagnachmittag auf dem Kunstrasenplatz am Plaatweg. Passen, Sprinten, Ballannahme. Das Training ist intensiv. Während viele Klassenkameraden bereits das Wochenende eingeläutet haben, kommen zwei Dutzend Jungen und Mädchen aus der Oberschule I und aus dem Gymnasium noch mal richtig ins Schwitzen. Sie trainieren in zwei unterschiedlichen Gruppen. Zwei Übungsleiter von Werder Bremen kümmern sich um die Kicker. Von der Oberschule sind Jungen und Mädchen aus den Jahrgängen sechs bis zehn dabei. Am Gymnasium gibt es das Angebot für Schüler aus den Jahrgängen sechs und sieben.

73 Schulen beteiligt

Am Spielfeldrand schaut Selim Özyurt zu. Auch er trägt das W auf dem Trikot. Selim Özyurt ist Projektkoordinator für die Schulfußball-AGs bei Werder Bremen. Seit Februar dieses Jahres ist er Angestellter des Vereins. Das Projekt, das er koordiniert, ist wesentlich älter. Selim Özyurt hatte es zunächst in Oldenburg aufgebaut. Mit Werder Bremen als Träger hat er es noch einmal ausgeweitet. Inzwischen sind 74 Schulen beteiligt. 14 lizenzierte Übungsleiter reisen durch die Region und absolvieren mit den Schülern insgesamt 119 Trainingseinheiten in der Woche.

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„Mit Talentscouting hat das nichts zu tun“, betont Selim Özyurt. „Es geht darum, ein Bewegungsangebot an die Schulen zu bringen.“ Er selbst hat noch die früher übliche Sozialisation auf dem Bolzplatz erlebt. Aber dass sich Kinder zusammentun, um gemeinsam nach Schulschluss zu kicken, ist heute eher die Ausnahme. Der Fußball hat Konkurrenz bekommen – von digitalen Medien und vielen anderen Freizeitangeboten. Die Mitgliedszahlen in den Vereinen sind seit Jahren rückläufig. Der Volkssport Nummer eins hat längst nicht mehr den Stellenwert wie früher. Auch deshalb sieht sich Werder Bremen in der Verantwortung gegenzusteuern – und zwar an der Basis. Die Begeisterung für den Fußball zu wecken und zu erhalten – das ist ein Ziel der Fußball-AGs.

Bei Dr. Sebastian D. Wegener, dem stellvertretenden Leiter des Nordenhamer Gymnasiums, musste Selim Özyurt keine Überzeugungsarbeit leisten. Eine Fußball-AG hatte es am Gymnasium zuletzt nicht gegeben. Da kam das Angebot von Werder gerade recht. Das Gymnasium musste nur noch die Finanzierung sicherstellen. Auch wenn Werder Bremen mit seinem Engagement im Schulsport kein Geld verdient. Zum Nulltarif gibt es die Fußball-AG nicht. Die Eltern zahlen einen symbolischen Betrag, damit ihre Kinder teilnehmen können. Für den Rest kommt der Förderverein auf. Die Oberschule hat es in Sachen Finanzierung etwas einfacher. Sie kann die Kosten aus ihrem Etat als Ganztagsschule bestreiten.

Bufdis gesucht

Selim Özyurt ist überzeugt davon, dass viele von dem Angebot profitieren, auch die Nordenhamer Fußballvereine. Und die Übungsleiter, die den Job überwiegend im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes ausüben. Der Koordinator ist weiterhin auf der Suche nach Bufdis, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen und gerne für Werder arbeiten möchten.

Nach den Worten des 34-Jährigen, der früher beim TuS Obenstrohe gekickt hat, ist es ein Ziel von Werder, einen „lebenslangen grün-weißen Faden“ zu spinnen, der schon im Kindergarten beginnt. Das Schulfußball-Projekt ist ein Teil davon. Bei den Schülern in Nordenham kommt das auf jeden Fall gut an.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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