Nordenham „Vom Stockfisch zum Fischstäbchen“ hatte Dr. Jan Christoph Greim seinen Beitrag zur Vortragsreihe „Kiwi – Kinder wissen mehr“ des Vereins Nordenham Marketing & Touristik überschrieben. Klang vielleicht etwas trocken. War es aber nicht. Denn der Leiter des Museums Moorseer Mühle verstand es mit seiner lockeren und lebendigen Art prima, die etwa 30 jungen, acht- bis zwölfjährigen Studiosi, im Hörsaal des Nordenhamer Gymnasiums in einen regen Dialog mit einzubinden. Allein schon der fast 60 Zentimeter lange, ein halbes Jahrhundert alte Stockfisch, den Greim sich aus dem Cuxhavener Wrack- und Fischereimuseum „Windstärke 10“ ausgeliehen hatte und herumreichen ließ, fand reges Interesse und ad hoc mit „Huberto“ auch einen passenden Spitznamen.

Jan Christoph Greim erzählte von den Anfängen des kommerziellen Fischfangs, von den großen Segelschiffen und den Fischdampfern bis hin zu den Fabrikschiffen, von immer weiter ausgeklügelten Fangmethoden über Schleppnetze und immer größere Scherbretter bis hin zu den Massenanlandungen, von Fischauktionen und den alten Konservierungsmethoden wie dem Trocknen, dem Salzen oder dem Marinieren ebenso wie von den modernen „Schnellgefrierautomaten“.

Heute werden die Fische schon an Bord filetiert und in Blöcken eingefroren, erzählte er. Diese Filetblöcke lassen sich besser stapeln, transportieren und weiterverarbeiten. Später werden sie schlichtweg zersägt. Genau hier beginne die Erfolgsgeschichte des Fischstäbchens, so Dr. Jan Christoph Greim, der zum Thema Fisch und Fischprodukte seine Doktorarbeit geschrieben hatte.

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Dass in seiner Erzählung der Fischverarbeiter Iglo immer wieder genannt wurde, ließ sich nicht verhindern, denn Umfragen, so Greim, würden belegen, dass 96 Prozent der deutschen Bevölkerung Fischstäbchen mit „Käpt’n Iglo“ verbinden. Die 1985 eingeführte Werbefigur sei so die Werbefigur, die den größten Bekanntheitsgrad überhaupt erreicht habe. Als die Firma den Käpt’n im Jahr 2010 aus der Werbung herausgenommen hatte, sei der Verkauf um 15 Prozent eingebrochen. Daraufhin seien Käpt’n Iglo-Spots sofort wieder neu geschaltet worden.

Der deutsche Fischverarbeiter, so Greim, sei aber keineswegs der Erfinder des Fischstäbchens gewesen. Die ersten Stäbchen seien vielmehr in England produziert worden, und die dortige Werbefigur habe Käpt’n Birdseye geheißen. Benannt nach dem Biologen Clarence Birdseye, der Ende der 1920er-Jahre den ersten Plattenfroster für die industrielle Tiefkühlung vorstellte.

Das Fischstäbchen, erzählte der Museumsleiter weiter, sei heute das bekannteste Fischprodukt überhaupt. Jährlich würden über zwei Milliarden davon hergestellt. Ihren Erfolg verdankten sie der Tatsache, dass die Stäbchen nicht nach Fisch riechen, nicht nach Fisch schmecken, keine Gräten haben, aber doch gesund sind. Laut Statistik würden sie von Jung und Alt gleichermaßen geschätzt, insbesondere aber von Singles begehrt. Die meisten Tiefkühlprodukte übrigens würden in Italien gekauft.

Die nächste Kiwi-Vorlesung findet am Donnerstag, 14. November, ab 16 Uhr wiederum im Großen Hörsaal des Gymnasiums statt. Referentin Inga Lüdke spricht dann über das Thema Plastikvermeidung. Unter der Überschrift „Ölschäden – das THW im Einsatz“ steht die letzte Kiwi-Veranstaltung des Jahres. Sie findet am Mittwoch, 4. Dezember, ab 16 Uhr in der Dienstelle des Technischen Hilfswerks an der Flagbalger Straße statt. Referent ist Frank Patzke.

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