Nordenham Glückliche Kinder und zufriedene Eltern – Wie geht das? Genau diese Frage soll an einem Informationsabend beantwortet werden, der Donnerstag, 20. September, in der Jahnhalle stattfindet. Und: Welche Schule passt für mein Kind? Wo bekommt mein Kind die besten Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten? Dazu laden alle Grundschulen und weiterführenden Schulen Nordenhams gemeinsam ein. Vor allem Eltern von Schülern der dritten und vierten Grundschulklassen werden angesprochen.

Viele Wege

Die Veranstaltung am 20. September beginnt um 20 Uhr. Die Schulen wollen damit aber keineswegs Werbung für ihre Angebote machen. Sie wollen vielmehr Eltern darüber informieren, welche Voraussetzungen für die jeweilige Schulform nötig sind. Auch soll deutlich werden, dass ein Wechsel von der Oberschule ans Gymnasium möglich ist und es viele Wege zum Abitur gibt. „Informationen über die Durchlässigkeit unseres Schulsystems sind ganz wichtig“, unterstreicht Dr. Sebastian Wegener, kommissarischer Leiter des Gymnasiums Nordenham.

Jugendliche werden am 20. September in der Jahnhalle von selbst erlebtem Schulfrust erzählen und schildern, wie sie diesen Frust überwunden haben. Eltern erfahren, was passiert, wenn ihr Kind das Gymnasium nicht schafft.

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Das Thema hat in Nordenham eine große Brisanz erreicht. Denn im vergangenen Schuljahr haben 60 Schüler vorzeitig das Gymnasium verlassen und sind an die Oberschule I an der Pestalozzistraße oder an die Oberschule am Luisenhof gewechselt.

Das hat viel Unruhe sowohl ins Gymnasium als auch in die beiden Oberschulen gebracht. Viele, die spät vom Gymnasium abgehen, kommen an die Oberschulen mit großer Unlust, Resignation und der Angst, zu versagen. Wer rechtzeitig die Fehlentscheidung pro Gymnasium korrigiert, erlebt an den Oberschulen relativ schnell große Erfolgserlebnisse.

Gegen Ratschläge

Offensichtlich haben, so die Erkenntnisse der Lehrer, viele Eltern ihre Schüler aufs Gymnasium geschickt, obwohl Grundschullehrer ihnen geraten hatten, dies nicht zu tun. Hintergrund: Seit 1. August 2015 gibt es in Niedersachsen keine Schullaufbahnempfehlung am Ende des 4. Schuljahrgangs mehr.

Das Kultusministerium in Hannover hat die Abschaffung damit begründet, dass so „nicht kindgerechter Leistungsdruck im Primarbereich abgeschafft, die Grundschulen entlastet und die sozial-selektive Wirkung der Empfehlung beendet wird.“

Beratungsgespräche

Stattdessen sollen die Schulen den Eltern zwei Beratungsgespräche im vierten Schuljahrgang anbieten. Mit diesen Gesprächen soll laut Ministerium erreicht werden, „dass die Erziehungsberechtigten optimal vorbereitet eigenverantwortlich über den weiteren Bildungsweg ihres Kindes entscheiden können.“

Doch dieser Anspruch geht offenbar an der Lebenswirklichkeit vorbei. Der Nordenhamer Arbeitskreis der Schulen jedenfalls weiß, dass manche Eltern diese Beratungsgespräche gar nicht wollen, weil sie ohnehin darauf festgelegt sind, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken.

Wachsende Zahl

Die Zahl der Entscheidungen gegen den Rat der Grundschullehrer ist gewachsen, bestätigt auch Birgit Wulf, Leiterin der Atenser Grundschule. „Das Problem gibt es nicht nur in Nordenham sondern niedersachsenweit“, sagt Gesine Skupin, Leiterin der Grundschule Süd.

Laut Vera Eckermann (Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Nordenham), waren die Schullaufbahnempfehlungen der Lehrer Nordenhamer Grundschulen bisher „immer goldrichtig“.

Während der Informationsveranstaltung am 20. September werden Schüler über ihre Erfolge berichten. Ausbilder aus Nordenhamer Betrieben werden über Karrierechancen ohne Abitur informieren. Zudem werden die Berufsbildenden Schulen Wesermarsch zeigen, welche Schulmöglichkeiten es ohne Abitur gibt.

überforderung

„Es geht darum, dass Schulkinder sich wohlfühlen, dass sie entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert und nicht überfordert oder unterfordert werden“, sagt Vera Eckermann.

„Wenn es uns an diesem Abend gelingen sollte, nur zehn Schüler davor zu bewahren, unglücklich zu werden, wäre dieser Abend schon ein großer Erfolg“, sagt Dieter Kluger, Leiter der Grundschule Friedrich-August Hütte.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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