TOSSENS Mit Beginn der Sommerferien 2008 endete für immer der Unterricht an der staatlichen Hauptschule Butjadingen in Tossens. Der Landkreis als Träger schloss diese Schule. Für ein Hauptschulangebot in der ländlich geprägten Gemeinde war dennoch gesorgt: Die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene freie Schule der Zinzendorfschule engagierte sich. Jetzt, kurz vor Ende des ersten Schulhalbjahres mit komplettem Hauptschulangebot an der Zinzendorschule, hat die Schulleitung eine erste positive Zwischenbilanz gezogen.

„Wir sind sehr glücklich mit dem bisherigen Verlauf. Die Schüler sind sehr gut integriert, fühlen sich sehr gut aufgenommen“, sagt Andreas Diercks, Leiter der Haupt- und Realschule.

Finanzielle Herausforderung

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Für die freie Schule war die Einrichtung eines Hauptschulzweiges auch eine finanzielle Herausforderung. „Das funktioniert“, freut sich Wirtschaftsleiter Dr. Thomas Siemon. Die Schule insgesamt profitiere aber auch von der Übernahme der Einrichtungen der ehemaligen staatlichen Hauptschule. So nutzten alle Schüler die dortige Mensa und den Werkraum.

„Wir sind froh, dass die Klassen nicht zu groß sind. Wir hatten Anfragen, wollen aber nicht mehr als 20 Kinder pro Klasse“, erläutert Ralf Walther, Leiter des Gymnasiums.

Für Unmut hatte gesorgt, dass die Hauptschüler anfangs auch Nachmittagsunterricht hatten. Das sei organisatorisch nicht zu vermeiden gewesen, jetzt aber gebe es den Unterricht wieder regulär vormittags, so Andreas Diercks.

In dem Pressegespräch mit der Schulleitung ist deutlich geworden: Die Zinzendorfschule will alle drei Schulformen – Hauptschule, Realschule und Gymnasium – gemeinsam im Blick halten und möglichst integrieren. Ohnehin unterrichten alle Lehrer an zwei Schulformen, die meisten sogar an allen drei.

Die insgesamt 14 Wahlpflichtkurse (zum Beispiel Informatik, Kunst, Politik) sind für Hauptschüler und Realschüler gleichermaßen offen.

Ralf Walther geht davon aus, dass die Landesregierung in einigen Jahren Haupt- und Realschulen zusammenlegen wird. „Ich finde das sinnvoll, wir werden mitmachen.“

Berufliche Orientierung wird als sehr wichtig eingestuft. Neben Kurzpraktika in Betrieben haben die 9. Klassen der Haupt- und Realschule jetzt jeden Montagnachmittag die Möglichkeit, einen Extrakurs im Werk Nordenham von Premium Aerotec (ehemals Airbus) zu besuchen. Für die Klasse 12 des Gymnasiums werden im Seminarfach Naturwissenschaften praktische Versuche in der Lehrwerkstatt angeboten.

Für den 6. Februar ist eine Berufsinformationsmesse geplant. Die Zinzendorfschule legt auch Wert darauf, dass Schüler verstärkt lernen zu lernen und ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstein gestärkt werden.

Die von der evangelischen Freikirche der Herrnhuter Brüdergemeine getragene Schule zählt zurzeit 633 Schüler.

Zwei aus Nordenham

Von den 101 Schülern des Hauptschulzweiges kommen nur zwei aus Nordenham. Von den 532 Schülern in der Realschule und im Gymnasium kommen 91 aus Nordenham. Künftig können mehr Schüler aus Nordenham die Hauptschule besuchen.

Laut Andreas Diercks hat es schon öfter Anfragen Nordenhamer Eltern gegeben, aber im ersten Jahr der neuen Hauptschule habe die Zinzendorfschule im Interesse einer möglichst guten Einarbeitung abgelehnt. Die Butjadinger Hauptschüler hätten sich auf neue Lehrer einstellen müssen, das sei eine Riesenumstellung gewesen, so Ralf Walther. Aber nach den Sommerferien sei die Zinzendorfschule offen für mehr Hauptschüler aus Nordenham.

Für Butjadinger Kinder ist die freie Schule der Ersatz für hier fehlende staatliche Schulen. Für sie müssen die Eltern daher kein Schulgeld zahlen. Für Schüler aus Nordenham und Stadland beträgt das Schulgeld monatlich 85 Euro.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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