Deichshausen „Da werde ich wahrscheinlich mit meinem Mann entspannt frühstücken!“ Agnes Burlage kann sich gut vorstellen, was sie am 11. September morgens um sieben Uhr macht. Es ist der erste Tag nach den Ferien und Tag Nummer eins, an dem die Rektorin der Grundschule in Deichshausen den Unterschied zwischen Arbeitsleben und Ruhestand bewusst erleben wird.

An diesem Mittwoch wird sie zum letzten Mal um fünf Uhr aufstehen, um sich später auf den Weg von Oldenburg nach Deichshausen zu machen. Hier wird sie zum letzten Mal die Türe zur Schule aufschließen und den letzten Schultag genießen.

38,5 Jahre war die jetzt 60-Jährige aus Leidenschaft Lehrerin. Erst in Oldenburg, dann an der Eschhofschule. Den größten Teil ihres Arbeitslebens aber verbrachte sie an der Grundschule in Deichs­hausen. Aufgrund einer Schwerbehinderung kann sie schon jetzt in Ruhestand gehen. Diesen Entschluss hat sie ganz bewusst getroffen. Sie habe festgestellt, dass die Arbeit anstrengender und die notwendigen Erholungsphasen größer würden. Leidtragende seien Familie und Freunde gewesen. Folgerichtig nutzt sie die Chance, um früher dem Arbeitsleben den Rücken zu kehren, sich mehr um die entspannenden Seiten des Lebens zu kümmern. „Ich hoffe, dass ich das noch möglichst lange kann“, sagte sie und blickt zuversichtlich nach vorne. Und da freut sie sich besonders darauf, ihre Enkel aufwachsen zu sehen.

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In Deichshausen habe sie sich immer wohlgefühlt, blickt die passionierte Grundschullehrerin zufrieden zurück auf ihre Arbeit. „Diese Schule gehört zum Dorf“, sagt sie, die vor allem die Gemeinschaft und den Zusammenhalt ein wenig vermissen wird. Eltern seien jederzeit bereit gewesen zu helfen. Das habe ebenso Freude bereitet wie die Arbeit mit den Kolleginnen. „Harmonisch“ sei diese gewesen, denkt Agnes Burlage gerne an die Zeit zurück. In den letzten fünf Jahren ihres Wirkens – in dieser Zeit hatte sie die Schulleitung inne – habe sie ein wenig die Arbeit mit den Kindern vermisst. Zu sehr nahm die Verwaltungsarbeit sie in Anspruch.

Für Agnes Burlage, bei der immer die Kinder im Vordergrund standen, hat eine einzügige Grundschule wie die in Deichshausen ihre Daseinberechtigung. Die Schule ist nahe an den Kindern, gibt ihnen Geborgenheit. Sie will aber auch nicht verhehlen, dass es schwer wird, sich den anstehenden Herausforderungen zu stellen. Ganztagsbeschulung ist ein Stichwort, mit dem sie sich nicht mehr befassen muss. „Das wird aber ein Kraftakt“, weiß sie. Dabei ist sie froh, dass Bürgermeisterin Regina Neuke ihr versprochen hat, dass die Schule erhalten bleiben wird.

Mit dieser Gewissheit geht sie. Vielleicht denkt sie am 11. September um 7 Uhr noch einmal die Schule, in der sie den größten Teil ihres Arbeitsleben verbrachte.

Fried-Michael Carl Berne/Lemwerder / Redaktion Elsfleth
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