NORDENHAM Das Thema stand zwar gar nicht auf der Tagesordnung. Aber Eltern und Kinder aus Phiesewarden sorgten dafür, dass die geplante Neuordnung der Nordenhamer Schullandschaft in der jüngsten Sitzung des Jugend- und Bildungsausschusses zur Sprache kam. Mit Plakaten, Handzetteln und bemalten T-Shirts zogen sie in den Ratssaal, um den Erhalt der Phiesewarder Grundschule zu fordern. Die kleine Dorfschule gilt aufgrund der sinkenden Kinderzahlen als hochgradig gefährdet.

Auf der Streichliste

Sowohl in den Überlegungen der Stadtverwaltung als auch in dem Konzept, das die Einswarder Ratsherren Dr. Tilman Kaethner (CDU) und Kurt Winterboer (SPD) vorgelegt haben, steht die Phiesewarder Schule auf der Streichliste. Doch dafür haben die Phiesewarder Eltern kein Verständnis. Unter dem Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ machen sie sich für den Schulstandort stark.

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Die Vorsitzende des Schulfördervereins, Heike Simon, betonte in der Ausschusssitzung, dass die Phiesewarder Eltern in großer Sorge seien. Der von Tilman Kaethner und Kurt Winterboer geborenen Idee, alle kleinen Grundschulen im Stadtnorden zu schließen und dafür ein großes Schulzentrum in Friedrich-August-Hütte zu errichten, erteilte sie eine klare Absage.

Auch die ehemalige SPD-Ratsfrau Uta Elb, die im Fördervereinsvorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, übte scharfe Kritik. Den Standort Phiesewarden in Frage zu stellen, sei „zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht nachvollziehbar“. Sie verwies darauf, dass es auch in den nächsten Jahren ausreichend Schulanfänger in Phiesewarden geben werde. Bislang sei jedenfalls nicht die Rede davon gewesen, dass einzügige Grundschulen aufgegeben werden müssten.

Die Ausschussmitglieder nahmen die Ausführungen der Phiesewarder Eltern zunächst kommentarlos zur Kenntnis. Doch schon kurze Zeit später kam das Reizthema erneut auf, als der Leiter des Amtes für Bildung und Freizeit, Jens Freese, einen Bericht über die Offenen Ganztagsschulen vortrug. Bislang bestehen solche Angebote in den Grundschulen Einswarden, Friedrich-August-Hütte und Nord. Jens Freese brachte die Erwartung zum Ausdruck, dass es in Zukunft in Nordenham weitere Schulen mit Ganztagsbetreuung geben wird. Allerdings liegen ihm für das nächste Schuljahr noch keine Anträge vor.

In diesem Zusammenhang sprach die Leiterin der Grundschule Süd, Gesine Skupin, die Unsicherheiten bei der Planung an. Wenn in den Grundschulen über die Einführung von Ganztagsangeboten nachgedacht werde, stelle sich zum Beispiel die Frage, ob und wie eine Mensa vorgehalten werden kann. Amtsleiter Jens Freese antwortete darauf mit dem Hinweis, dass „je nach Standort eine Entscheidung“ zu treffen sei. Und damit war wieder der Übergang zu dem in Arbeit befindlichen Schulstandortkonzept geschaffen.

Externe Beratung

Wann das Konzept vorliegt, ist noch offen. In Ratskreisen wird davon ausgegangen, dass sich die Diskussion noch ein Jahr hinziehen könnte. Abzuwägen sind die Empfehlungen der Stadtverwaltung, die eine stabile Zweizügigkeit als Voraussetzung für einen effizienten Schulbetrieb betrachtet, und die Kaethner/Winterboer-Variante, die zwei Grundschulzentren in Nord und Süd vorsieht. Bei der Erörterung dieses wichtigen Themas will die Stadt externe Fachleute um eine Bewertung bitten und auch die Eltern beteiligen. „Dabei geht Qualität ganz klar vor Schnelligkeit“, betont Jens Freese.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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