Nordenham „Ich spiele oft mit meinen Eltern,“ verrät Rebecca Fischer. „Computerspiele mag ich eigentlich gar nicht so wirklich. Aber Gesellschaftsspiele, da bin dabei,“ sagt Emily Nungesser. „Es ist doch toll, mit anderen gemeinsam Spaß zu haben,“ ergänzt Selin Sedef.

Es ist Freitag, der zweite richtige Ferientag, die Eltern sind auf Arbeit, draußen ist’s fast unerträglich schwül, und dicke Wolken kündigen Regenschauer an. Die drei Freundinnen sitzen hinten in der Ecke in der Stadtbücherei über dem Spiele-Hit „Make’n’Break“. Mit Feuer und Eifer sind sie dabei. Am Tisch nebenan sitzen zwei Jungen.

Ina Küpper vom Büchereiteam erklärt ihnen just die Regeln von „Halli Galli“, an einem dritten Tisch spielt Bücherei-Azubi Hendrik Schröder „Machi Koro“, eine zwar noch eher unbekannte, aber, so Hendrik Schröder, „auch recht witzige neue Spielidee“. Gemeinsam mit Ina Küpper ist er für das Ressort Spiele zuständig. Über 200 davon hat die Stadtbücherei in der Ausleihe. „Und natürlich kaufen wir immer wieder Neuerscheinungen und Spiele des Jahres dazu,“ erzählen die beiden. Sie bedauern allerdings ein wenig, dass die Stellfläche nicht ausreicht und deshalb der größte Teil der Sammlung quasi „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ abseits im Magazin gestapelt ist.

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Verborgene Schätze

Mit großem Engagement suchen sie deshalb auch immer schnell das Gespräch, wenn sich ein Besucher als Spielefreund outet, beraten, empfehlen und weisen auf die verborgenen Schätze hin. Logisch, dass die beiden alle Spiele auch schon selbst einmal ausprobiert haben und alle Regeln kennen. „Es schreckt ab, wenn man erst seitenweise Spielanleitungen lesen muss, bevor man starten kann,“ weiß die Büchereifachkraft schon aus eigenem Erleben. Und auch niemand wolle auf Verdacht große Kartons mit nach Hause schleppen, um ein Spiel zu testen. Von außen sei ja nicht zu erkennen, welches Spiel wirklich Spaß macht. „Eltern und Kinder sind immer dankbar dafür, wenn sie von uns Tipps bekommen.“

Die Klassiker von gestern wie Malefiz oder Monopoly nämlich seien heute ziemlich out, vielmehr schiele man nach ganz neuen Erlebnissen. Dabei würden kurzweilige, schnelle Spiele, Strategie-Spiele und Geschicklichkeitsspiele bevorzugt. Wissensspiele dagegen liefen gar nicht, denn zumindest bei den Kindern seien die Frustmomente hier zu häufig.

Aufeinander eingehen

Ob das Spielen an sich heute überhaupt noch „in“ ist? „Na klar,“ sagen die beiden, gerade jetzt in den Ferien, denn Ferienzeit sei schließlich Familienzeit. „Gemeinsam zu spielen, ist nämlich etwas ganz anderes als gemeinsam ins Kino zu gehen oder Videos zu schauen. Beim Spielen muss man miteinander reden, und man muss aufeinander eingehen.“

Schon Platon, so Hendrik Schröder, habe gesagt: „Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.“ Dass Familien dies auch so sehen, können die Mitarbeiter der Stadtbücherei in den Ferien täglich beobachten: Gerade dann, wenn sich draußen Schmuddelwetter ankündigt, wird es in ihren Räumen rege. „Und gerade Familien, die von auswärts kommen, sind immer begeistert, dass die Ausleihe bei uns völlig kostenlos ist. Das ist in anderen Bibliotheken längst nicht mehr selbstverständlich,“ sagt Ina Küpper.


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