Lemwerder /Berne Mehrfachen Wortbruch werfen die Lehrkräfte der niedersächsischen Landesregierung vor. Mit einer landesweiten Demonstration unter dem Motto „5 vor 12“ setzten am Donnerstagvormittag auch die Pädagogen von der Grundschule Mitte, des Gymnasiums und der Eschhofschule in Lemwerder in der großen Pause ein deutliches Zeichen, dass das Ende der Fahnenstange nun erreicht sei. „2000 wurde das Arbeitszeitkonto zunächst für ein Jahr um eine Stunde und die folgenden acht Jahre um zwei Stunden zur Überbrückung von Unterrichtsengpässen heraufgesetzt. Damit einher ging das Versprechen, diese Überstunden dann anschließend wieder gut geschrieben zu bekommen. Das damalige Vertrauen wurde leider bitter durch massiven Wortbruch unterlaufen. Statt des lange erwarteten Ausgleichs wurde den Gymnasiallehrern für das kommende Schuljahr eine Stunde auf ihr Unterrichtspaket drauf gepackt“, ist Gymnasiallehrerin Kirsten Biermann ärgerlich und fügt hinzu, dass die Aussetzung der Altersermäßigungen ein zweiter Wortbruch sei. Der Anspruch ab dem 55. Lebensjahr aufgrund der psychisch-sozialen Belastungen eine Stunde weniger zu arbeiten, entfällt und die zweite Stunde, die es dafür ab dem 60. Lebensjahr als Ausgleich gab, soll auf eine Stunde begrenzt werden. Damit einher gehen die stetig wachsenden Anforderungen beim Erfüllen von Förderplänen, fügte Anja Drees von der Grundschule Mitte hinzu.

Diese Meinung teilen auch die Lehrkräfte an der Comeniusschule in Berne, die in der großen Pause außerhalb des Geländes auf sich und ihre Sorgen aufmerksam machten. Sie müssen 28 Stunden unterrichten. Ihre Belastung sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, sagten sie. Mehr Konferenzen, mehr Elterngespräche, mehr Teamsitzungen, vermehrte Lernbeobachtungen und stärkere Differenzierung im Unterricht aufgrund heterogenerer Gruppen würden die Belastung ansteigen lassen, hieß es. Verständnis haben diese Kollegen, wenn andere Klassenfahrten oder Ausflüge ausfallen lassen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

So weit ist es an der Grundschule in Berne noch nicht. Aber der Unmut bei den engagierten Lehrern an dieser Schule wächst. Das liegt auch an der jetzt verbindlich eingeführten Inklusion, für die aber die entsprechenden Voraussetzungen fehlten. Förderlehrer seien nur tageweise an der Schule, das Stammpersonal nicht für das breite Spektrum der Inklusion ausgebildet. Nicht zuletzt fehle es an Räumen, um differenziert zu unterrichten. All dies und mehr aber müssen die Lehrerinnen und der Lehrer in Berne und anderswo auffangen.

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