VIELSTEDT Ein ungewohnter Gast treibt seit neuestem Schabernack beim Reitverein Sturmvogel in Berne. Aus der Ferne sind zunächst nur ungewöhnliche Laute zu vernehmen, „wie ein Habicht“ klinge es, lacht Astrid Philipp. Folgt man diesem Geräusch, trifft man schließlich auf die großohrige Verursacherin, die Besucher freudig und aufgeregt begrüßt. Und der fachkundige Experte erkennt sofort: Na klar, ein Ponsel ist es, das seelenruhig zwischen den doppelt so großen Pferden auf der Koppel grast.

Kurze Sommerromanze

Vor kurzer Zeit begann für „Lilli“, das Ergebnis einer kurzen Sommerromanze zwischen Eselhengst „Leonardo“ und Ponystute „Änni“, der Ernst des Lebens. Mit vier Jahren sei sie alt genug, sich an Trense und Sattel zu gewöhnen und auch einen Reiter auf ihrem Rücken zu dulden. Doch bis dahin kommt noch einiges an Arbeit auf Bereiterin Anja Koch zu: „Im Moment longieren wir sie nur, an ein Aufsitzen ist noch nicht zu denken“, erklärt sie.

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Ponsel-Besitzerin Astrid Philipp ist aber schon froh, dass sich jemand gefunden hat, der dem manchmal eigenwilligen Vierbeiner Manieren beibringt. „Es ist schon schwierig Bereiter für Ponys zu finden. Ich dachte, wenn wir jetzt mit einem Ponsel ankommen, hält man uns doch für verrückt“, lacht die 43-jährige Vielstedterin.

Zumal „Lilli“ kein einfaches Reittier ist: „Als wir sie nach Berne gebracht haben, war sie schon ziemlich bockig. Die ganze neue Umgebung und andere Pferde, das war schon ungewohnt für sie, und so kam zunächst einmal der Esel in ihr durch.“

Inzwischen hat sich die nur wenig mehr als einen Meter hohe Stute aber daran gewöhnt, dass das Leben nicht mehr nur aus Freizeit, Spiel und ihrer Lieblingsspeise Möhren besteht. Und Anja Koch ist sich ihrer Sache sicher: „Bisher habe ich noch jeden hingekriegt.“ Darauf verlässt sich Familie Philipp, denn sie hat Großes mit dem Ponsel vor.

Viele Besucher

Seit Sohn Marten-Louis zu groß für den Ritt auf seinem Shetland-Pony wurde, geisterte die Idee durch den Raum, mit „Lilli“ an Turnieren für Ponys teilzunehmen. Bevor der Achtjährige sich allerdings mit ihr in den Wettkampf stürzt, muss sie zunächst sattelfest werden. Und trotz eseligem Widerwillen macht sie sich bisher gut in der Schule für Vierbeiner.

Einen weiteren Nebeneffekt hat es, dass das Ponsel jetzt durch die harte Schule des Lebens geht: Der Besucheranstrom auf dem Hof der Philipps lässt nach. „Zu Beginn gab es sehr viele Besucher, die extra des Ponsels wegen zu uns gekommen sind. Inzwischen ist es abgeebbt, aber wir haben immer noch unsere Stammbesucher“, lacht Astrid Philipp. In vier Wochen können die auch wieder „Lilli“ bestaunen, dann kehrt ein hoffentlich wohlerzogenes und sattelfestes Ponsel zurück.

Björn Buske Redakteur / Online-Redaktion
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