BRAKE Die Ausbildung wird an der Schule seit fünf Jahren betrieben. Jetzt wurde erstmals ein Wochenendseminar angeboten.

von günter kuschnik BRAKE - Auf sie mit Gebrüll bedeutet für die Streitschlichter der Pestalozzischule in der Kantstraße, dass sie sich ins „Getümmel“ stürzen. Allerdings nicht um mitzumischen, sondern um Mitschüler zu beruhigen, die sich auf dem Schulhof in die Haare geraten sind. Sich mit überlauter Stimme (Gebrüll) bei den Kontrahenten Gehör zu verschaffen, ist Bestandteil der Schlichtung. Dann wissen die Streithähne sofort, dass sie es mit einem Schlichter zu tun haben.

Das wirke oft Wunder, berichten die Jungen und Mädchen, denn sie werden als „amtliche“ Streitschlichter ernst genommen. Bei den „Großen“ sei es manchmal kniffelig, dann wird ein zweiter Schlichter oder eine Lehrkraft zu Hilfe geholt. Im Allgemeinen sehen die ausgebildeten Schüler den Erfolg ihrer Tätigkeit jedoch als positiv: Es ist friedlicher auf dem Schulhof geworden, seit sie ihr Amt ausüben.

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Schlichter werden auch von den Mitschülern positiv wahrgenommen, erläutern Norbert Harms und Marita Hänes, die als Lehrkräfte für die Ausbildung zuständig sind. Schließlich werden sie vor Beginn der Ausbildung von ihren Klassen gewählt. Möglichst jede Klasse soll einen Streitschlichter stellen, so Harms, die Tätigkeit sei jedoch freiwillig.

Nachdem eine Auseinandersetzung beendet wurde, bieten die Schlichter eine Sprechstunde in einem eigens dafür bereit gestellten Raum an. Was dort besprochen wird, so berichten sie, bleibe auch in diesem Raum. Oft ist es geschehen, dass sich die Streithähne wieder vertragen haben.

Aber auch an ihrem eigenen Verhalten haben die Jungen und Mädchen nach der Ausbildung Veränderungen festgestellt. Ihnen gelingt es seitdem besser, Streitereien aus dem Wege zu gehen. „Nur mit meinem kleinen Bruder klappt das nicht“, schränkt einer ein. Sie sei früher selber ein Hitzkopf gewesen, berichtet ein Mädchen, das habe sich jetzt geändert. Über die Ausbildung gibt es zum Schulabschluss auch ein Zertifikat, das dem Inhaber intensives Bemühen um Friedfertigkeit bescheinigt.

Erstmals nahmen in diesem Jahr 14 Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule an einem Wochenendseminar in Bredbeck am Rande des Teufelsmoores teil. Dort wurden sie von erfahrenen Trainern in die Kunst eingewiesen, auf Gewalt zu reagieren, ohne selber Gewalt anzuwenden. Das Seminar wurde von dem Projekt „5000 X Zukunft“ der Aktion Mensch bezuschusst. Die Teilnehmer lernten auch, eigene Schwächen zu erkennen und in Stärken umzuwandeln.

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