Frage: Wie sieht die aktuelle Situation in der Musikschule aus?
Thomas Schröder: Der Unterricht an unserer Musikschule ist seit einer Woche komplett eingestellt. Wir haben diese Entscheidung innerhalb der Einrichtung sofort getroffen, als die exponentielle Ausbreitung des Virus bekannt gegeben wurde. Die Verwaltung arbeitet im Home-Office-Modus und ist über die Mailadresse „mail@musikschule-wesermarsch“ stets zu erreichen. Verschiedene Lehrkräfte probieren die Möglichkeiten von Online-Unterricht, beispielsweise via Skype, aus.
Frage: Mit welchen Problemen haben Sie durch die Ausfälle besonders zu kämpfen?
Schröder: Die Musikschule plant mit einem Defizit von rund 25 000 Euro bis Ende April. Für April werden die Einzüge bei unseren Zahlungspflichtigen gestoppt. Bis Ende Mai können wir das durchhalten, danach wird es zunehmend schwieriger. Freie Mitarbeiter haben dazu sofort Einkommensverluste, weil für sie keine Lohnfortzahlung ermöglicht werden kann. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass die Lösungsansätze für Online-Unterricht in unserem Hause aus dieser Richtung kommen. Viele – auch angestellte Lehrkräfte – haben sich von diesem Engagement inspirieren lassen. Ich gehöre auch dazu und habe gerade meine erste Unterrichtsstunde im Fach „Posaune“ online.
In jedem Problem steckt aber auch eine Chance, sich zu verbessern. Im Falle von pädagogischen Online-Angeboten könnte ich mir durchaus vorstellen, dass dies die gesamte Musikschullandschaft nachhaltig verändern wird. Ich informiere mich regelmäßig über den Online-Unterricht. Voneinander lernen – das gilt auch für das Kollegium unserer Schule.
Frage: Welche Forderungen haben Sie an die Landesregierung?
Schröder: Dass sie uns effektiv dabei hilft, unsere gemeinnützige, sich dem Öffentlichen verpflichtet sehenden Einrichtung finanziell zu unterstützen, um Schaden von ihr abzuwenden. Besonders die nicht sehr umfänglich geförderte Musikschule Wesermarsch hat sich immer engagiert und für die Menschen im Landkreis eingesetzt. Die Schließung unser Schule im Zuge der Corona-Krise war nichts anderes als eine verantwortungsvolle, sich der gesellschaftlichen Pflicht bewusst seiende Handlung. Das darf gern einmal belohnt werden.
Frage: Wie machen Sie auf diese Forderungen aufmerksam
Schröder: Wir hoffen natürlich darauf, bei der Presse ein offenes Ohr zu finden. Ebenfalls nutzen wir das Internet und Facebook, um auf uns aufmerksam zu machen. Wir sprechen mit Politikern und halten engen Kontakt zum Landkreis Wesermarsch. Über den Verband deutscher Musikschulen (VdM) sind alle Musikschulen miteinander vernetzt. Dieser Verband lässt nie locker und übernimmt Verantwortung, wenn es mal ungemütlich wird.

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Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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